Eurofins Scientific Aktie: Portfolio-Umbau abgeschlossen

Symbolbild, KI-generiert

Eurofins verkauft MET Labs für 575 Millionen Euro und übernimmt Element in Nordamerika für 400 Millionen Dollar.

Auf einen Blick:
  • MET Labs wechselt zu UL Solutions
  • Element-Übernahme in Nordamerika vollzogen
  • Element umfasst 27 Labore und Standorte
  • Erlösverwendung bleibt teilweise offen

Eurofins hat zum 1. Oktober zwei Transaktionen zeitgleich vollzogen: Der Laborkonzern trennt sich vom Geschäft mit Elektro- und Elektroniktests und schließt parallel eine Übernahme in Nordamerika ab. Das Portfolio rückt damit stärker auf die Kernfelder Lebensmittel, Umwelt und Pharma.

Verkauf an UL Solutions

Die Sparte MET Labs geht an UL Solutions. Der Verkauf war im April angekündigt worden, der Unternehmenswert liegt bei 575 Millionen Euro, ohne Barmittel und Schulden gerechnet. Rund 1.300 Beschäftigte wechseln mit den Laboren zum neuen Eigentümer.

MET Labs prüft Elektro- und Elektronikprodukte auf Sicherheit und zertifiziert sie. Eurofins-Chef Gilles Martin spricht von Geschäften, die in fast 20 Jahren im Netzwerk erfolgreich gewachsen seien. UL Solutions erweitert damit seine Labor- und Akkreditierungsbasis in Europa, Asien und den USA.

Den Erlös will Eurofins breit einsetzen: für Schuldenabbau, Investitionen in Labore und eigene Standorte, digitale Lösungen, Robotik und KI. Auch Aktienrückkäufe und Zukäufe in Lebensmittel-, Umwelt-, Pharma- und klinischen Testfeldern stehen auf der Liste. Konkrete Beträge für einzelne Posten nennt das Unternehmen nicht.

Zukauf von Element in Nordamerika

Auf der Käuferseite steht das Life-Sciences-Geschäft von Element Materials Technology in Nordamerika. Der Kaufpreis (Unternehmenswert) beträgt 400 Millionen Dollar, die Übernahme war im Juli angekündigt worden.

Das Geschäft umfasst 27 Labore und Standorte mit etwa 750 Mitarbeitern. Es testet Biopharma-Produkte sowie Umwelt- und Lebensmittelproben. Für 2026 wird ein Jahresumsatz von mehr als 150 Millionen Dollar erwartet, bei einer Profitabilität auf dem Niveau des Konzerndurchschnitts.

Strategisch füllt der Zukauf eine Lücke. In Teilen der USA und Kanadas war Eurofins bislang schwach vertreten. Die neuen Labore sollen in das bestehende Hub-and-Spoke-Netz eingebunden werden, der Betrieb für Kunden soll währenddessen ohne Unterbrechung weiterlaufen.

Einordnung

Rein rechnerisch fließen aus dem Verkauf 575 Millionen Euro zu, während für Element 400 Millionen Dollar abgehen. Eurofins tauscht damit ein Randgeschäft gegen Kapazitäten in seinem Kerngebiet. Die Margen des zugekauften Geschäfts liegen laut Unternehmen im Konzerndurchschnitt, einen Margensprung stellt der Zukauf also nicht in Aussicht.

Wie viel vom Erlös in Rückkäufe fließt und wie viel in den Schuldenabbau, hat das Unternehmen offengelassen. Gerade das dürfte für Aktionäre bei kommenden Mitteilungen zur Kapitalverwendung die wichtigste Zahl werden.

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