Die US-Spot-Ethereum-ETFs haben am Freitag einen Nettoabfluss von 70,7 Millionen US-Dollar verzeichnet. Damit endete eine Serie von fünf aufeinanderfolgenden Handelstagen mit deutlichen Mittelzuflüssen. Besonders die Produkte der großen Vermögensverwalter standen unter Druck: Der iShares Ethereum Trust (ETHA) von BlackRock verzeichnete Abflüsse in Höhe von 52,8 Millionen US-Dollar, während der Fidelity-Fonds (FETH) ein Minus von 27,8 Millionen US-Dollar verbuchte.
Trotz dieses Rückschlags zum Wochenabschluss blieb die Bilanz der vergangenen Tage insgesamt positiv. In der Woche bis zum 24. Juli konnten die Ethereum-ETFs netto 103,9 Millionen US-Dollar einsammeln. Es war bereits die dritte Woche in Folge mit einem positiven Ergebnis für diese Anlageklasse. Ein Lichtblick war zudem der Grayscale Ethereum Mini Trust, der am Freitag gegen den allgemeinen Trend Zuflüsse von 9,9 Millionen US-Dollar generierte.
On-Chain-Daten signalisieren sinkenden Verkaufsdruck
Ein wichtiges technisches Signal liefert derzeit die sogenannte Validator-Exit-Queue. Diese Warteschlange für Validatoren, die ihre hinterlegten Ether-Bestände aus dem Netzwerk abziehen möchten, fiel gestern auf null. Dies deutet auf einen deutlich nachlassenden Verkaufsdruck durch langfristige Investoren hin. In der Spitze, etwa im September des vergangenen Jahres, befanden sich noch rund 2,6 Millionen Ether in dieser Warteschlange.
Analysten werten diesen Rückgang als bullisches Zeichen für die künftige Marktstimmung. Parallel dazu zeigt sich am Kryptomarkt eine Erholung der Kurse. Ethereum notiert heute bei 1.913,16 USD, was einem Zuwachs von 2,85 % gegenüber dem Vortag entspricht. Damit liegt die Kryptowährung aktuell etwa 9,80 % über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1.742,33 USD.
Ethereum baut Dominanz bei Real World Assets aus
Abseits der spekulativen ETF-Ströme festigt Ethereum seine Rolle als führende Plattform für die Tokenisierung realer Vermögenswerte (Real World Assets, RWA). Laut Daten von RWA.xyz beläuft sich das Volumen der auf Ethereum tokenisierten RWAs mittlerweile auf 17,1 Milliarden US-Dollar. Ein bedeutender Teil davon entfällt auf das Sky Protocol, das rund 5,1 Milliarden US-Dollar in Form von sUSDS-Beständen auf der Blockchain hält.
Auch im Bereich der Stablecoins bleibt das Netzwerk das Maß der Dinge. Berichten zufolge werden derzeit 53 % des Angebots des neuen Stablecoins RLUSD auf Ethereum verwaltet, was einem Gegenwert von etwa 879 Millionen US-Dollar entspricht. Dies unterstreicht die technologische Anziehungskraft der Plattform für institutionelle Akteure, auch wenn die Analysten von JPMorgan kürzlich davor warnten, dass der Trend zu privaten Blockchains die Aktivität auf öffentlichen Ketten langfristig herausfordern könnte.
Technische Erholung gegenüber Bitcoin
Marktbeobachter registrieren zudem eine Trendwende im Verhältnis zu Bitcoin. Das ETH/BTC-Verhältnis konnte sich zuletzt von seinem Tiefststand bei 0,0269 auf 0,02918 erholen. Technisch gilt die Marke von 1.842 US-Dollar nun als wichtige Unterstützung für den weiteren Kursverlauf.
Für das zweite Halbjahr planen die Entwickler zudem das „Glamsterdam“-Upgrade. Dieses soll das Gas-Limit von derzeit 60 Millionen auf 200 Millionen anheben, um die Kapazität des Netzwerks zu vervielfachen. Der Analyst Aksel Kibar sieht bei einer Fortsetzung der aktuellen Dynamik ein Kursziel von 2.163 US-Dollar. Andere Experten halten sogar einen Anstieg auf 2.500 US-Dollar bis September für möglich, sofern die psychologisch wichtige Marke von 2.000 US-Dollar nachhaltig überwunden wird.
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