Ethereum: Tom Lee sieht historischen Boden

Ethereum zeigt Erholungssignale mit Doppelboden-Chartmuster. Tom Lee sieht historischen Tiefpunkt, während ETF-Zuflüsse und technische Indikatoren Hoffnung geben.

Auf einen Blick:
  • Kurs erholt sich von Jahrestief
  • Tom Lee prognostiziert Bodenbildung
  • ETF-Zuflüsse nach Abflussserie
  • Sicherheitslücke im Kerncode geschlossen

Ethereum kämpft sich zurück. Die zweitgrößte Kryptowährung notiert am Montag bei 1.786 US-Dollar, nur leicht im Minus gegenüber dem Vortag. Der Kurs liegt damit 18 Prozent über dem Jahrestief von 1.512 Dollar, das erst Anfang Juni erreicht wurde.

Die Erholung wirkt fragil. Vom Rekordhoch bei knapp 4.946 Dollar aus dem August 2025 trennen Ethereum immer noch fast 64 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von über 40 Prozent zu Buche.

Tom Lee sieht historischen Boden

Auf der WebX-2026-Konferenz in Tokio äußerte sich Tom Lee, Fundstrat-Mitgründer und Bitmine-Chairman, am Montag zuversichtlich. Ethereum habe wahrscheinlich seinen Tiefpunkt erreicht, so Lee. Er zog einen Vergleich zur Erholung des S&P 500 nach dem Crash von 1987.

Sein zentrales Argument: das ETH/BTC-Verhältnis. Diese Woche kletterte die Ratio auf 0,02858 und durchbrach damit eine Widerstandslinie, die seit Juni gehalten hatte. Für Lee ist ein steigendes Verhältnis ein Signal für eine Wiederbelebung des gesamten Kryptomarkts. Es deute auf eine Kapitalrotation von Bitcoin in ausgewählte Altcoins hin, angeführt von Ethereum.

Bitmine selbst hat Gewicht in den Markt gebracht. Das Unternehmen hält inzwischen rund 4,8 Prozent des gesamten ETH-Angebots. 85 Prozent dieser Bestände sind gestaked.

Charttechnik: Die 1.800-Dollar-Marke entscheidet

Ethereum bewegt sich derzeit zwischen 1.750 und 1.800 Dollar. Der Kurs liegt 1,45 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.760,66 Dollar — ein positives Signal für die kurzfristige Dynamik. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 2.221 Dollar bleibt allerdings ein Abstand von fast 20 Prozent.

Auf Tagescharts hat sich ein Doppelboden gebildet. Charttechniker werten dieses Muster häufig als Vorbote einer nachhaltigen Trendwende. Der RSI steht bei 56,3 — weder überkauft noch überverkauft, aber mit Raum nach oben.

Entscheidend wird ein klarer Tagesschluss über der psychologischen Marke von 1.800 Dollar. Gelingt das nicht, drohen Rückzüge auf die Unterstützungen bei 1.753 oder 1.690 Dollar. Ein Ausbruch nach oben könnte dagegen den Weg zur 1.850-Dollar-Zone öffnen.

ETFs kehren zu Zuflüssen zurück

Der Wettbewerb unter Ethereum-ETF-Anbietern verschärft sich. BlackRock brachte im März 2026 seinen iShares Staked Ethereum Trust ETF an den Start, der institutionellen Anlegern native Staking-Erträge ermöglicht. VanEck zog am 10. Juli nach und ergänzte seinen Antrag für einen Spot-Ethereum-ETF um eine Gebührenbefreiung.

Die Konkurrenz um niedrigere Kosten zeigt bereits Wirkung an den Kapitalmärkten. In der Woche bis zum 11. Juli verzeichneten Spot-Ethereum-ETFs Nettozuflüsse von rund 84,4 Millionen Dollar. Es war die erste positive Woche nach acht aufeinanderfolgenden Wochen mit Abflüssen.

Sicherheitslücke rechtzeitig geschlossen

Die Ethereum Foundation meldete zudem eine sicherheitsrelevante Entwicklung. Ihr Protocol-Security-Team bestätigte, dass koordinierte KI-Agenten eine echte Schwachstelle im Kerncode aufgedeckt haben. Der Fehler mit der Bezeichnung CVE-2026-34219 steckte in der libp2p-gossipsub-Implementierung, einer Schlüsselkomponente für Konsens-Clients.

Ein Angreifer hätte darüber Validator-Knoten aus der Ferne offline zwingen können. Die Lücke wurde geschlossen, bevor jemand sie ausnutzen konnte. Der Fall unterstreicht, wie wichtig menschliche Prüfung bei KI-entdeckten Risiken bleibt.

Auf der Roadmap stehen die Upgrades „Glamsterdam“ und „Hegotá“. Glamsterdam soll Mitte 2026 kommen und bringt unter anderem enshrined Proposer-Builder Separation sowie Block-Level Access Lists — Maßnahmen, die parallele Verarbeitung optimieren und Netzwerkgebühren senken sollen. Das nachfolgende Hegotá-Upgrade soll die Blob-Kapazität für Rollups erweitern und die Speicherung des Netzwerkzustands verbessern.

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