Drei Jahre nach der Einstellung meldet sich zk.money zurück – und mit ihm rückt ein Thema in den Vordergrund, das Ethereum lange vernachlässigt hat: Privatsphäre bei Zahlungen. Aztec Labs hat die selbstverwaltete Wallet neu aufgesetzt, dieses Mal auf Aztec Network, dem eigenen, auf Privatsphäre spezialisierten Layer-2-Netzwerk oberhalb von Ethereum.
Der Unterschied zur klassischen Ethereum-Wallet ist grundlegend. Kontostände, Zahlungsbeträge und Gegenparteien landen nicht mehr öffentlich einsehbar auf der Kette. Genau das war beim öffentlichen Ledger-Modell von Ethereum bislang Standard – und genau das soll sich laut Roadmap ändern, wenn Privatsphäre zur „First-Class-Eigenschaft“ des Netzwerks werden soll.
Warum das Comeback jetzt kommt
Die erste Version von zk.money lief 2021 an und wurde 2023 eingestellt. Nicht, weil die Nachfrage fehlte – über 75.000 Wallets nutzten den Dienst, mehr als 100 Millionen Dollar an Volumen liefen durch das System. Das Problem war technischer Natur: Die Infrastruktur ließ sich kaum erweitern und skalierte nicht global.
Aztec Labs nutzte die Pause, um genau diese Infrastruktur neu zu bauen. Das Ergebnis ist Aztec Network, mittlerweile von der gemeinnützigen Aztec Foundation betreut, während Aztec Labs als Produktentwickler darauf aufsetzt. Nutzer können sich künftig einfache Handles wie „bob.zk.money“ zulegen statt langer Wallet-Adressen – basierend auf der Ethereum Name Service-Technologie, kompatibel mit Apps, die ENS unterstützen.
Geplant sind zudem Anbindungen an DeFi-Protokolle auf Ethereum sowie eine mobile App, beides für das vierte Quartal angekündigt, ein festes Datum gibt es dafür noch nicht. Zwei ältere Aztec-Smart-Contracts waren im Juni gehackt worden – sie gehörten allerdings zu längst eingestellten Vorgängerprodukten und hatten mit dem aktuellen Netzwerk nichts zu tun.
Post-Quantum-Sicherheit als zweite Baustelle
Parallel zur Privatsphäre-Debatte wächst der Druck auf ein anderes Sicherheitsthema: die Bedrohung durch Quantencomputer. Project Eleven, ein auf Post-Quantum-Infrastruktur spezialisiertes Unternehmen, hat Riva Labs übernommen, ein Team mit Fokus auf Hash-basierte Signaturen, Wallet-Infrastruktur und Multi-Party-Computation für Ethereum und andere öffentliche Blockchains.
Die Übernahme bringt praktisch erprobte Technologie zusammen mit Forschung – Riva Labs hatte zuletzt Post-Quantum-Signaturen auf handelsüblicher Hardware demonstriert. Hintergrund der Eile: Künstliche Intelligenz beschleunigt kryptografische Forschung und Kryptoanalyse gleichermaßen, was neue Angriffstechniken schneller testbar macht als früher.
Beide Entwicklungen laufen unabhängig voneinander, zeigen aber dieselbe Richtung. Das Ethereum-Ökosystem arbeitet an mehreren Fronten gleichzeitig daran, Schwachstellen zu schließen, die aus der ursprünglichen Netzwerkarchitektur stammen – sei es die fehlende Transaktionsprivatsphäre oder die langfristige Anfälligkeit klassischer Signaturverfahren gegenüber Quantenangriffen.
Die für das vierte Quartal angekündigten DeFi-Integrationen von zk.money dürften zeigen, wie ernst Entwickler das Thema Privatsphäre inzwischen nehmen.
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