Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg in dieser Woche zeitweise auf den höchsten Stand seit 2007. Steigende Ölpreise, Inflationssorgen und die enorme US-Staatsverschuldung sorgten für zunehmenden Verkaufsdruck. Das US-Finanzministerium reagierte schließlich mit der Ankündigung, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen auszuweiten – offiziell dienen diese Maßnahmen vor allem der Liquiditätsunterstützung des Treasury-Marktes.
Interessant ist dabei das Zusammenspiel mit der Fed: Die Notenbank hält ihren Leitzins weiterhin bei 3,50 bis 3,75 % und betont, dass die Inflation noch oberhalb ihres Ziels liegt. Das Finanzministerium versucht gleichzeitig, den Stress am langen Ende der Zinskurve abzufedern. Das ist kein neues QE-Programm der Fed, reduziert aber kurzfristig einen Belastungsfaktor für Risikoassets.
Genau diese Entspannung wurde zuletzt auch am Kryptomarkt sichtbar. Bitcoin zog wieder deutlich an, während Ethereum mit einem Wochenanstieg von zeitweise rund +31 % besonders dynamisch reagierte. Die Treasury-Maßnahmen allein erklären diese Bewegung nicht – sie liefern jedoch einen wichtigen makroökonomischen Baustein für den wieder stärkeren Risk-on-Modus.

Charttechnischer Ausblick
Auch technisch liefert Ethereum derzeit ein starkes Signal. Ausgehend vom Bereich um 1.743 bis 1.832 USD gelang ein dynamischer Anstieg bis aktuell rund 2.380 USD. Dabei wurden die Widerstände bei 2.124 und 2.255 USD überwunden.
Kann sich ETH/USD oberhalb von 2.255 USD behaupten, bleibt der Weg zunächst in Richtung der markanten Widerstandszone bei 2.720 bis 2.815 USD geöffnet. Darüber würde sich das Bild nochmals deutlich aufhellen und 3.398 USD als nächstes größeres Ziel in den Fokus rücken.
Nach dem steilen Anstieg muss allerdings mit Rücksetzern gerechnet werden. Fällt Ethereum wieder unter 2.255 bzw. 2.124 USD, wäre ein Re-Test der Zone um 1.961 bis 1.832 USD möglich. Unterhalb davon würde der Bereich um 1.743 USD wieder relevant. Die Bullen haben aktuell den Vorteil – müssen den jüngsten Ausbruch nun aber bestätigen.
Die neue Handelswoche im Fokus
Makroökonomisch wird es erneut spannend. Am Mittwoch, 26. August, stehen in den USA die zweite Schätzung zum BIP sowie die Daten zu Einkommen und Konsumausgaben mitsamt dem für die Fed wichtigen PCE-Preisindex auf der Agenda. Gleichzeitig veröffentlicht Nvidia seine Quartalszahlen – ebenfalls ein wichtiger Stimmungstest für den globalen Risk-on-Trade.
Ab Donnerstag richtet sich der Blick dann auf das Notenbanktreffen in Jackson Hole. Nach den jüngsten Verwerfungen am Anleihemarkt dürften Aussagen zur weiteren Zinsausrichtung besonders genau verfolgt werden.
Damit bleibt die Entwicklung der US-Renditen ein zentraler Taktgeber: Beruhigt sich der Anleihemarkt weiter, könnte dies Ethereum und anderen Risikoassets zusätzlichen Spielraum verschaffen. Ein erneuter Renditeschub wäre dagegen ein Warnsignal.
Neben Ethereum können bei Tickmill zahlreiche Kryptowährungen gehandelt und sowohl steigende als auch fallende Kurse genutzt werden. Weitere Informationen zu ETH/USD und dem Krypto-Angebot von Tickmill finden Sie auf unserer Kryptowährungsseite.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen abermals ein entspanntes Wochenende und einen erfolgreichen Start in die kommende Handelswoche.
Ihr Tickmill General D-A-CH Manager
Christian Kämmerer
Offenlegung gemäß § 34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit investiert.
Haftungsausschluss:
Das bereitgestellte Material dient ausschließlich Informationszwecken und sollte nicht als Anlageberatung betrachtet werden. Die im Text geäußerten Ansichten, Informationen oder Meinungen gehören ausschließlich dem Autor und nicht dem Arbeitgeber, der Organisation, dem Ausschuss oder einer anderen Gruppe oder Einzelperson, die mit dem Autor oder dem Unternehmen verbunden ist.
Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Risikowarnung:
CFDs sind komplexe Instrumente und bergen aufgrund ihrer Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 71% und 74% der Privatanlegerkonten verlieren Geld, wenn sie CFDs mit Tickmill UK Ltd bzw. Tickmill Europe Ltd handeln. Sie sollten sorgfältig überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.
Futures und Optionen:
Der Handel mit Futures und Optionen auf Margin ist mit einem hohen Risiko verbunden und kann dazu führen, dass Verluste das ursprünglich investierte Kapital übersteigen. Diese Produkte sind nicht für alle Anleger geeignet. Vergewissern Sie sich, dass Sie die Risiken vollständig verstehen und angemessene Maßnahmen im Rahmen Ihres Risikomanagements ergreifen.

