Ethereum steuert auf den nächsten großen Entwicklungsschritt zu. Die Kernentwickler legten den Start der öffentlichen Testphase für das Glamsterdam-Upgrade auf den 6. Oktober fest. Gleichzeitig wirft die Einführung neuer Auktionsmechanismen technische Sicherheitsfragen auf, die vor einem Start im Hauptnetz gelöst werden müssen. Am heutigen Sonntag notiert die zweitgrößte Digitalwährung bei 2.574,31 USD mit einem Tagesminus von 2,2 Prozent.
Testnetz-Auftakt für Anfang Oktober terminiert
Am 6. Oktober wird Glamsterdam im Testnetzwerk Sepolia aktiviert. Für die Entwicklerteams der Client-Software gilt dabei eine verkürzte Frist bis zum 29. September, was die übliche Vorlaufzeit halbiert. Verläuft dieser Testlauf wie erhofft, soll Ende Oktober ein weiterer Durchlauf auf dem Netzwerk Hoodi folgen. Ein verbindliches Datum für die Aktivierung auf dem Hauptnetz steht noch aus, als Zielzeitraum gilt das Jahresende 2026.
Sicherheitsdebatte um simulierte Block-Ersteller
Im Zentrum der Neuerungen steht der Standard EIP-7732 zur Trennung von Block-Vorschlagenden und Block-Erstellern. Entwickler Potuz wies in den Beratungen auf potenzielle Risiken im Testbetrieb hin. Da Testguthaben auf Sepolia kostenfrei erhältlich ist, könnten böswillige Akteure zahlreiche gefälschte Ersteller simulieren und Datenblöcke gezielt zurückhalten.
Um eine Blockade der Transaktionskette zu verhindern, diskutieren die Entwickler Gegenmaßnahmen. Im Gespräch sind etwa finanzielle Sicherheiten oder verbindliche Verfügbarkeitsanforderungen, bevor der Code das Produktivnetz erreicht.
Vorschlag für verkürzte Blockzeiten
Parallel zu den Glamsterdam-Vorbereitungen formiert sich Unterstützung für eine Beschleunigung der Transaktionsverarbeitung. Die Organisation Ethereum Institutional stellte sich hinter den Vorschlag EIP-8198 von Ethlabs.
Die Initiative sieht vor, die Blockzeit im geplanten Folge-Upgrade Hegotá auf zehn Sekunden zu verkürzen. Eine Umfrage im Ökosystem ergab breite Unterstützung für diesen Schritt, unter anderem von Projekten wie Lido, Ethena, Flashbots und Ondo.
Regulatorischer Rückenwind durch Wertpapieraufsicht
Zusätzliche Impulse für das Netzwerk kommen von regulatorischer Seite in den USA. Die US-Wertpapier- und Börsenaufsicht SEC veröffentlichte eine fünfjährige Ausnahmegenehmigung für den Handel tokenisierter US-Börsenaktien über automatisierte Liquiditätspools auf öffentlichen Blockchains.
Voraussetzung für die Handelsplätze ist, dass die digitalen Anteilsscheine die vollen Dividenden- und Stimmrechte der zugrunde liegenden Aktien verbriefen. Emittenten erhalten zudem ein Widerspruchsrecht gegen die Tokenisierung ihrer Papiere.
Für die Ethereum-Entwicklung verbindet sich mit den aktuellen Beschlüssen ein doppelter Anspruch. Während auf Protokollebene die Skalierung und die Absicherung neuer Auktionsmodelle bewältigt werden müssen, eröffnet die Öffnung für tokenisierte Realwerte neue Einsatzbereiche im institutionellen Handel. Die kommenden Testwochen dürften zeigen, wie reibungslos die Weichen für die nächste Upgrade-Stufe gestellt werden.
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