Ethereum: Glamsterdam peilt 10.000 TPS an

Ethereum Foundation fokussiert sich auf Kernaufgaben, während das Glamsterdam-Upgrade die Skalierbarkeit massiv steigern soll. Der Kurs bleibt unter Druck.

Auf einen Blick:
  • Vitalik Buterin strafft Ethereum Foundation
  • Glamsterdam-Upgrade für Juni 2026 geplant
  • ePBS soll 10.000 Transaktionen pro Sekunde ermöglichen
  • Ethereum-Kurs notiert nahe 2.070 Dollar

Ethereum durchlebt einen strategischen Wandel. Während sich der Kurs nahe der 2.070-Dollar-Marke bewegt, bereitet Mitgründer Vitalik Buterin die Stiftung auf eine schlankere Zukunft vor. Parallel dazu steht mit dem „Glamsterdam“-Upgrade der bedeutendste technische Schritt seit der Merge an.

Ethereum Foundation fährt schlanker

Vitalik Buterin hat Ende Mai die künftige Rolle der Ethereum Foundation (EF) neu justiert. Die Stiftung werde sich künftig auf Kernfunktionen wie Privatsphäre, Sicherheit und Protokoll-Offenheit konzentrieren, statt breit zu expandieren. Teil dieser Neuausrichtung: Die EF will ihre ETH-Verkäufe reduzieren.

Buterin betonte, dass die Stiftung nur rund 0,16 Prozent des gesamten ETH-Angebots halte. Rund 90 Prozent seines persönlichen Vermögens steckten weiterhin in Ethereum. Die Klarstellung erfolgte vor dem Hintergrund genauer Beobachtung der Treasury-Bewegungen — erst Anfang Mai waren über 21.000 ETH von Staking-Plattformen abgezogen worden.

Glamsterdam peilt 10.000 TPS an

Der technische Fokus liegt auf dem „Glamsterdam“-Hardfork, der für Juni 2026 geplant ist. Entwickler halten sich ein Q3-Fenster offen, falls Testnet-Ergebnisse eine Verschiebung erzwingen.

Das Upgrade soll die Skalierbarkeit massiv verbessern. Kernstück ist die „Enshrined Proposer-Builder Separation“ (ePBS), die den Netzwerkdurchsatz auf 10.000 Transaktionen pro Sekunde heben soll. Zudem verspricht das Upgrade eine Senkung der Layer-1-Gasgebühren um rund 78,6 Prozent — eine direkte Antwort auf jahrelange Kritik an hohen Kosten in Spitzenzeiten.

Divergenz im Ökosystem

Die Wertschöpfung innerhalb des Ethereum-Ökosystems driftet auseinander. Bankless-Mitgründer David Hoffman verlegte kürzlich Kapital aus ETH in andere Bereiche — seine These „ETH ist Geld“ sei weitgehend ausgespielt. Hoffman bleibt langfristig bullish für das Netzwerk, sieht aber künftig mehr Potenzial in Anwendungen und Layer-2-Lösungen.

Im Stablecoin-Markt dominiert Ethereum weiterhin: Rund 180 Milliarden US-Dollar an Stablecoins sind auf der Chain beheimatet, rund 60 Prozent des globalen Marktes. Die institutionelle Nachfrage hat sich jedoch abgekühlt. In der letzten vollen Handelswoche verzeichneten Spot-ETFs auf Ethereum Nettoabflüsse von 216 Millionen Dollar.

Kurse dümpeln unter wichtigen Marken

Ethereum notiert aktuell bei rund 2.070 US-Dollar, rund 18 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Der RSI liegt mit 52,4 im neutralen Bereich, der Chaikin Money Flow zeigt mit minus 0,04 leichte Kapitalabflüsse. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 31 Prozent, vom 52-Wochen-Hoch bei 4.829 Dollar ist der Kurs mehr als 57 Prozent entfernt.

Die psychologische Marke von 2.000 Dollar rückt damit in den Fokus. Sollte sie brechen, könnte die nächste Akkumulationszone nahe 1.850 Dollar liegen. Eine nachhaltige Erholung würde dagegen die Rückeroberung der 200-Wochen-Linie bei rund 2.500 Dollar erfordern. Das Glamsterdam-Upgrade im Juni könnte der entscheidende Impuls sein — oder der nächste Test für die Geduld der Anleger.

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