US-Spot-Ethereum-ETFs haben neun Handelstage in Folge Kapital verloren. Medienberichten zufolge summieren sich die Nettoabflüsse seit dem 29. September auf 697,4 Mio. US-Dollar. Die heute veröffentlichten Zahlen zeigen damit eine anhaltende Schwäche der Fondsnachfrage. Für Ethereum erschwert das eine nachhaltige Erholung, auch wenn einzelne Großinvestoren zuletzt ihre Bestände erhöhten.
BlackRock-Fonds prägt die Abflüsse
Gestern verzeichneten die US-Spot-Ethereum-ETFs einen Nettoabfluss von 56,1 Mio. US-Dollar. Dieser entfiel vollständig auf BlackRocks ETHA. Damit setzte sich die Abflussserie bis zum Ende der Handelswoche fort.
Die Konzentration auf einen Fonds ist für die Einordnung wichtig: Der jüngste Tagesabfluss verteilt sich nicht gleichmäßig über sämtliche Produkte. In der Summe bleibt die Richtung des gesamten ETF-Segments dennoch negativ. Die genannten Beträge beschreiben Fondsflüsse, nicht Kursverluste von Ethereum oder realisierte Verluste der Anleger.
In dieser Handelswoche flossen insgesamt 542,2 Mio. US-Dollar aus den Ethereum-Fonds ab. Davon entfielen 477 Mio. US-Dollar auf ETHA. Für das BlackRock-Produkt war dies der größte Wochenabfluss seit Dezember 2025.
Auch für das gesamte US-Spot-Ethereum-ETF-Segment fiel die Woche außergewöhnlich schwach aus: Die Abflüsse erreichten den höchsten Wochenwert seit Ende Januar. Damit ist die jüngste Belastung nicht auf eine einzelne Sitzung beschränkt. Ein Ende der Serie würde zwar den unmittelbaren Gegenwind verringern, wäre allein aber noch kein Beleg für dauerhaft zurückkehrende Nachfrage.
Derivatemarkt verstärkt die Belastung
Parallel zu den Fondsabflüssen ging das offene Interesse an Ethereum-Futures nach einem zwischenzeitlichen Anstieg am Donnerstag wieder zurück. CryptoQuant zufolge wurden am Mittwoch und Donnerstag zusammen fast 400 Mio. US-Dollar an gehebelten Ethereum-Kaufpositionen liquidiert.
Die Entwicklung zeigt, dass nicht nur ETF-Anleger Kapital abzogen. Auch am Derivatemarkt gerieten auf steigende Kurse ausgerichtete Positionen unter Druck. Zugleich berichten Marktbeobachter über höhere Ethereum-Bestände auf Börsen. Das kann zusätzlichen Verkaufsdruck begünstigen, bestätigt für sich genommen jedoch keine tatsächlich ausgeführten Verkäufe.
Ethereum notiert bei 2.495,68 USD und damit weiterhin in dem Bereich, um den die jüngsten Erholungsversuche kreisen. Das heutige Plus von 0,4% steht einer Wochenveränderung von -7,1% gegenüber. Die leichte Tageserholung hebt die Verluste der vergangenen Woche somit nicht auf.
Käufe einzelner Großinvestoren reichen nicht aus
Auf der Käuferseite gibt es dennoch Gegenbewegungen. Ali Charts zufolge erhöhten Großinvestoren ihre Ethereum-Bestände in den drei Tagen bis gestern um rund 166.000 ETH. Solche Käufe stehen den ETF-Abflüssen gegenüber. Sie belegen aber nicht, dass die Nachfrage über alle Anlegergruppen hinweg bereits dreht.
Analyst Ali knüpfte gestern ein positives technisches Szenario an klare Bedingungen: Ein kräftiger Vierstundenschluss über 2.570 US-Dollar müsse durch Handelsvolumen bestätigt werden. Erst dann könnten nach seiner Einschätzung Ziele bei 2.700 und möglicherweise 3.000 US-Dollar erreichbar werden.
Für Anleger bleibt damit die Nachfrage der entscheidende Prüfstein. Großinvestoren können Rückgänge zum Kauf nutzen, während Fondsanleger gleichzeitig aussteigen. Solange die ETF-Abflussserie anhält, steht einer breiteren Erholung ein konkret messbarer Gegenwind entgegen. Das positive Kursszenario bleibt deshalb eine bedingte Aussicht, keine bestätigte Trendwende.
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