Ethereum: Erste Zuflüsse seit Wochen

Nach wochenlangen Abflüssen verzeichnen Ethereum-ETFs wieder Nettozuflüsse. BlackRock dominiert, während Nutzerzahlen sinken.

Auf einen Blick:
  • 84 Millionen Dollar Zufluss in einer Woche
  • BlackRock ETHA-Fonds als Haupttreiber
  • Aktive Adressen seit Februar um 46% gefallen
  • Robinhood Chain mit Milliardenumsätzen gestartet

Acht Wochen lang flossen Anleger aus Ethereum-ETFs ab. Jetzt kommt das Geld zurück. In der Woche bis zum 11. Juli strömten netto 84,42 Millionen Dollar in die Spot-Produkte — das beste Wochenergebnis seit Ende April. Für einen Kurs, der zuletzt drei Verlustquartale in Folge hinnehmen musste, ist das ein Signal, das genauer hinschauen lohnt.

ETF-Wende trifft auf schwache Nutzungszahlen

BlackRocks ETHA-Fonds vereinte den Großteil der neuen Mittel auf sich und untermauert damit seine Rolle als dominanter Akteur im ETH-ETF-Markt. Der im März gestartete Zwillingsfonds ETHB erweitert das institutionelle Angebot zusätzlich. Parallel wächst die tokenisierte Finanzwelt auf Ethereum weiter: BlackRocks BUIDL-Fonds hat allein auf Avalanche die 900-Millionen-Dollar-Marke überschritten, während das verwaltete Vermögen über alle Chains hinweg bei rund 2,87 Milliarden Dollar liegt.

Die Treasury-Firma BitMine Immersion Technologies kaufte in der vergangenen Woche weitere 27.801 ETH und kontrolliert nun 5,77 Millionen Token — etwa 4,8 Prozent des gesamten Angebots. Ende Juni wurde das Unternehmen in den Russell 1000 aufgenommen. Auf den Börsen selbst sinken die Reserven derweil auf ein Rekordtief von 14,5 Millionen Tokens, ein Hinweis darauf, dass immer weniger Halter verkaufsbereit sind.

Die Kehrseite: Aktive Adressen sind seit Februar um 46 Prozent auf rund 420.000 eingebrochen, und die drei Verlustquartale in Folge markieren einen historischen Tiefpunkt seit 2016. Tokenisierte Real-World-Assets auf Ethereum haben immerhin die Marke von 20 Milliarden Dollar übersprungen — ein Gegengewicht zur schwachen Nutzeraktivität.

Robinhood Chain zieht Volumen ab

Ein unerwarteter Wachstumstreiber kommt von der Robinhood Chain, einem neuen Ethereum-Layer-2 auf Arbitrum-Basis. Seit dem Start am 1. Juli hat das Netzwerk in nur einer Woche über 3,1 Milliarden Dollar an dezentralem Börsenvolumen verarbeitet und zählt damit bereits zu den fünf aktivsten Chains überhaupt. An einem einzelnen Tag übertraf das Volumen sogar Ethereums eigenes Mainnet — mit 10,4 Millionen Transaktionen.

Rund 65.000 Nutzer halten inzwischen tokenisierte Aktien und Stablecoins auf der neuen Chain. BitMine-Chairman Tom Lee sieht darin einen Beleg dafür, dass Ethereum zunehmend als Zahlungsinfrastruktur im Alltag ankommt. Jede Transaktion auf der L2-Chain zahlt letztlich Gebühren an das darunterliegende Netzwerk — ein indirekter, aber messbarer Nutzen für ETH selbst.

Auf der technischen Seite arbeitet die Ethereum Foundation parallel an der Absicherung der Infrastruktur: KI-Agenten wurden eingesetzt, um kritische Netzwerk-Software auf Schwachstellen zu prüfen, und deckten dabei eine Lücke in der Software von Ethereum-Consensus-Clients auf. Vitalik Buterin schlug zudem eine schlankere Architektur mit täglichen ZK-Proofs vor, die den Blockchain-Zustand deutlich komprimieren soll. Die für später 2026 erwartete Glamsterdam-Hard-Fork soll darüber hinaus parallele Ausführung ermöglichen.

ETH selbst notiert aktuell bei rund 1.775 Dollar und kämpft mit dem Widerstand am 50-Tage-EMA bei 1.801 Dollar. Analysten sehen eine 57-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Marke von 1.900 Dollar noch im Juli erreicht wird. Ob die institutionelle Nachfrage ausreicht, um die schwache Nutzeraktivität zu überkompensieren, dürfte sich an diesem Widerstand entscheiden.

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