Ethereum hat Geschichte geschrieben — allerdings keine, die Anleger feiern. Zum ersten Mal in seiner Geschichte verzeichnet ETH drei aufeinanderfolgende rote Quartalskerzen. Der Kurs steht bei rund 1.576 Dollar und liegt damit knapp vier Prozent über dem 52-Wochen-Tief.
Das zweite Quartal 2026 endete mit einem Minus von rund 25 Prozent. Zuvor hatte ETH im vierten Quartal 2025 bereits 28 Prozent verloren, gefolgt von weiteren 29 Prozent im ersten Quartal 2026. Seit Jahresbeginn summiert sich der Rückgang auf fast 48 Prozent. Gemessen am 52-Wochen-Hoch von knapp 4.946 Dollar vom August 2025 beträgt der Verlust sogar 68 Prozent.
Institutionelle Lager spalten sich
Zum Quartalsstart zeigt sich ein klares Bild: Einige Investoren kapitulieren, andere kaufen gezielt nach.
Die Investmentfirma FG Nexus hat ihre gesamte Ethereum-Position aufgelöst. Den Abschluss bildete ein Transfer von 9.481 ETH an Galaxy Digital. Insgesamt liquidierte die Firma 51.156 ETH — mit einem Gesamtverlust von geschätzt 86,6 Millionen Dollar.
Auf der anderen Seite nutzte BitMine Immersion Technologies, geleitet von Chairman Tom Lee, die Kursschwäche zum Einstieg. Das Unternehmen kaufte Ende Juni rund 27.084 ETH für etwa 43 Millionen Dollar. Damit hält BitMine nun insgesamt 5,7 Millionen ETH. Auch Sharplink Gaming erwarb zuletzt 10.000 ETH zu einem Durchschnittspreis von 1.611 Dollar — der erste Kauf seit Oktober. CEO Joseph Chalom bezeichnete den Schritt als Teil einer aktiven Treasury-Strategie, finanziert durch ein 75-Millionen-Dollar-Angebot.
Netzwerkdaten und technische Warnsignale
Die On-Chain-Daten zeichnen kein freundliches Bild. Die 14-Tage-Durchschnittszahl aktiver Adressen im Ethereum-Netzwerk liegt bei rund 420.000 — ein Rückgang von 46 Prozent gegenüber dem Februar-Hoch von 795.000.
Auf dem Wochenchart bestätigte sich zum 30. Juni ein sogenanntes Death Cross. Dieses Signal — der 50-Tage-Durchschnitt fällt unter den 200-Tage-Durchschnitt — gilt als Hinweis auf weiteren Abwärtsdruck. Der RSI liegt bei 32,5 und nähert sich damit dem überverkauften Bereich. Eine wichtige Unterstützung liegt bei 1.500 Dollar. Fällt ETH darunter, rückt die Zone um 1.200 Dollar in den Blick. Widerstand besteht bei 1.611 Dollar sowie beim kurzfristigen Durchschnitt von 1.670 Dollar.
Ausblick auf das zweite Halbjahr
Spot-ETFs auf Ethereum in den USA verzeichneten Ende Juni Nettoabflüsse von rund 8 Millionen Dollar. Einige Marktbeobachter werten das als typisches Quartalsende-Phänomen: Fondsmanager trennen sich von schwachen Positionen, um ihre Bücher zu bereinigen.
Auf der Entwicklungsseite arbeitet das Ethereum-Team am sogenannten Glamsterdam-Upgrade. Ein konkretes Datum für die Aktivierung im Hauptnetz steht noch nicht fest. Die Entwickler befinden sich in der letzten Devnet-Phase. Das Upgrade soll unter anderem Enshrined Proposer-Builder Separation und Block-Level Access Lists einführen — beides Maßnahmen, um den Durchsatz auf Layer 1 zu verbessern. Ob das technische Fortschritte schnell genug liefert, um das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen, bleibt das zentrale Thema für ETH im dritten Quartal.
Ethereum-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ethereum-Analyse vom 01. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Ethereum-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ethereum-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
