Ethereum: BlackRock beendet Abfluss-Serie

Nach acht Wochen mit Abflüssen verzeichnen Ethereum-ETFs wieder Zuflüsse, angeführt von BlackRock. Der ETH-Kurs steigt, doch die Anlegerstimmung bleibt verhalten.

Auf einen Blick:
  • Erste Nettozuflüsse seit acht Wochen
  • BlackRock dominiert mit ETHA-Fonds
  • Ethereum-Kurs steigt auf 1.930 Dollar
  • Anlegerstimmung bleibt trotz Rallye verhalten

Acht Wochen lang flossen Gelder aus Spot-Ethereum-ETFs ab. Jetzt kehrt sich der Trend um — und ein einziger Anbieter treibt die Wende maßgeblich an. BlackRock.

Ethereum notiert am Dienstag bei 1.930 Dollar und legt binnen 24 Stunden um 3,2 Prozent zu. Auf Wochensicht steht ein Plus von fast 9 Prozent, auf Monatssicht sogar von 11 Prozent. Von seinem 52-Wochen-Hoch bei knapp 4.946 Dollar aus dem August 2025 bleibt die Kryptowährung dennoch weit entfernt — der Abstand beträgt rund 61 Prozent.

ETFs drehen nach acht roten Wochen

Der eigentliche Auslöser der jüngsten Kursbewegung liegt nicht im Chart, sondern in den Mittelzuflüssen institutioneller Anleger. In der Woche zum 11. Juli verzeichneten Spot-Ethereum-ETFs erstmals wieder Nettozuflüsse — rund 84 Millionen Dollar, nach acht aufeinanderfolgenden Wochen mit Abflüssen. Es war die stärkste Wochenbilanz seit Ende April.

Die Woche danach legte nach: Zwischen dem 13. und 17. Juli sammelten die Fonds weitere 105 Millionen Dollar ein. BlackRocks ETHA-Fonds beendete damit seine eigene achtwöchige Abfluss-Serie. Allein am 15. Juli kamen 53,83 Millionen Dollar in die Ethereum-ETFs, davon steuerte ETHA mit 45,29 Millionen Dollar den Löwenanteil bei. Der historische Gesamtzufluss des Fonds liegt inzwischen bei 11,28 Milliarden Dollar.

Analysten sehen in dieser Konzentration ein strukturelles Muster. BlackRocks Markenstärke, seine Vertriebsreichweite und das institutionelle Vertrauen in den Konzern verschaffen ETHA eine Sogwirkung, die kleinere Anbieter kaum erreichen. Das erklärt, warum kaum ein anderes Produkt der Kategorie die ETH-Kursentwicklung so stark beeinflusst.

Marktbeobachter warnen trotzdem vor voreiligen Schlüssen. Zwei grüne Wochen nach einer langen Verlustserie sind eine Umkehr — noch kein bestätigter Trend. Der breitere ETF-Komplex bleibt über die vergangenen zwei Monate betrachtet weiterhin im Minus.

Stimmung bleibt vorsichtig trotz steigender Kurse

Bemerkenswert: Die Kursgewinne gehen nicht mit spürbarem Optimismus einher. Der Fear & Greed Index fiel zuletzt von 29 Punkten (Angst) auf 25 Punkte (Extreme Angst) — ein Widerspruch zur eigentlich positiven Kursentwicklung. Anleger bleiben also vorsichtig, selbst wenn die Zahlen für den Moment sprechen.

Der Gesamtmarkt für Kryptowährungen erreichte unterdessen eine Kapitalisierung von 2,31 Billionen Dollar, ein Plus von 1,7 Prozent binnen eines Tages. Bitcoin hält seine Dominanz bei 56,5 Prozent, Ethereum kommt auf einen Marktanteil von knapp 10 Prozent.

Chartbild spricht für die Bullen

Technisch hat Ethereum in den vergangenen Handelstagen an Substanz gewonnen. Der Ausbruch über die Widerstandsmarke bei 1.850 Dollar wurde erfolgreich zurückgetestet — ein Signal, das die kurzfristige Einschätzung zugunsten der Käuferseite verschiebt. Der aktuelle Kurs von 1.930 Dollar liegt bereits 11,4 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.733 Dollar, was die jüngste Dynamik unterstreicht.

Hält sich Ethereum über der 1.850-Dollar-Marke und steigt das Handelsvolumen nahe der psychologischen 2.000-Dollar-Schwelle, könnte die Rally laut Chartanalysten in Richtung 2.150 bis 2.200 Dollar weiterlaufen. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 2.178 Dollar fehlen aktuell noch gut 11 Prozent — ein Niveau, das die mittelfristige Erholung erst bestätigen würde.

Parallel zur Preisentwicklung baut auch die Derivate-Infrastruktur weiter aus. Kraken Pro hat für institutionelle Kunden neue, in US-Dollar abgerechnete Ethereum-Optionskontrakte im europäischen Stil eingeführt. Das Angebot vereinfacht den Handel durch eine einheitliche Kontoabrechnung in bar und akzeptiert Sicherheiten in über 30 Währungen.

Ob die aktuelle Erholung Bestand hat, hängt maßgeblich von der Fortsetzung der ETF-Zuflüsse ab. Hält ETHA sein Tempo bis Ende Juli und verteidigt Ethereum die Unterstützungszone bei 1.800 Dollar, würde das die These einer beginnenden institutionellen Wiederansammlung stützen. Bricht der Fluss ab oder dreht ETHA erneut ins Negative, dürfte die alte Abfluss-Dynamik zurückkehren.

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