Die Ethereum Foundation bereitet das Netzwerk auf tiefgreifende technische Änderungen vor, während sich der Zeitplan für das nächste große Upgrade verschiebt. Die Entwickler hinter der zweitgrößten Kryptowährung haben das sogenannte Glamsterdam-Upgrade offiziell auf das vierte Quartal 2026 terminiert.
Zeitgleich warnt die Foundation davor, dass bestehende Anwendungen und digitale Geldbörsen durch die geplanten Anpassungen am Gebührenmodell funktionsunfähig werden könnten, sofern sie nicht rechtzeitig aktualisiert werden.
Warnung vor technischem Umbruch bei Glamsterdam
Im Kern der Warnung steht die Änderung der Gas-Logik durch den Vorschlag EIP-8037. Bisherige Annahmen vieler Entwickler, wonach ein Standardtransfer von Ether pauschal 21.000 Einheiten an Rechenleistung (Gas) kostet, verlieren ihre Gültigkeit. Während Übertragungen an bereits existierende Konten weiterhin diesen Wert erfordern, wird für Zahlungen an neue Konten künftig eine zusätzliche Gebühr fällig.
Medienberichten zufolge könnten insbesondere Krypto-Wallets, Indexer und automatisierte Gebührenschätzer fehlerhaft reagieren, wenn sie mit fest programmierten Gas-Limits arbeiten. Um diese Risiken zu minimieren, wurde bereits das öffentliche Testnetz Plåtåberget gestartet.
Eine Aktivierung der neuen Funktionen auf diesem Testnetz ist für den kommenden Donnerstag geplant, bevor im weiteren Verlauf die Testumgebungen Sepolia und Hoodi folgen. Das Team von Ethlabs empfahl den Entwicklern bereits, den Fokus auf die neuen Sicherheitsmechanismen und die Effizienz der Block-Produktion zu legen.
BitMine hält fast fünf Prozent des ETH-Umlaufs
Trotz der technischen Herausforderungen signalisieren Großinvestoren weiterhin Vertrauen in die langfristige Entwicklung. Das Unternehmen BitMine hat seine Bestände in der Woche bis zum gestrigen Montag um weitere 9.926 ETH aufgestockt. Damit hält die Gesellschaft nun rund 5,82 Millionen Ether, was etwa 4,8 Prozent der gesamten umlaufenden Menge von 120,7 Millionen Token entspricht.
Ein Großteil dieser Bestände, über fünf Millionen ETH, ist im sogenannten Staking gebunden, um das Netzwerk zu sichern und laufende Erträge zu generieren. Tom Lee, Chairman von BitMine, zeigte sich optimistisch für den weiteren Jahresverlauf. Er verwies darauf, dass das Verhältnis zwischen Ethereum und Bitcoin einen langjährigen Abwärtstrend überwunden habe.
Lee sieht in der zunehmenden Tokenisierung von Vermögenswerten sowie in Anwendungen der künstlichen Intelligenz die wesentlichen Treiber für eine künftige Outperformance von Ethereum.
ETF-Zuflüsse stützen das Kursniveau
Die institutionelle Akzeptanz spiegelt sich auch in den US-amerikanischen Spot-ETFs wider. Am gestrigen Montag verzeichneten diese Produkte Nettozuflüsse in Höhe von 30,9 Millionen US-Dollar. Den Löwenanteil sicherte sich dabei der Ether-ETF von BlackRock mit 25,9 Millionen US-Dollar, gefolgt von Fidelity. Diese Nachfrage hilft dem Markt, die Verluste seit Jahresbeginn von aktuell 36 % zu verarbeiten.
Anleger blicken nun auf die technische Hürde bei rund 2.000 US-Dollar. Der aktuelle Kurs von 1.895,63 USD notiert derzeit 5,6 % unter dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, der als wichtiger Indikator für den langfristigen Trend gilt. Analysten zufolge ist ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke sowie über den Widerstand bei 1.960 US-Dollar notwendig, um ein neues Aufwärtsmomentum zu generieren.
Unterstützung findet der Kurs derweil in der Zone um 1.884 US-Dollar. Morgen rückt zudem die politische Ebene in den Fokus, wenn im Weißen Haus ein Gipfeltreffen mit Führungskräften der Kryptobranche und Vertretern der Aufsichtsbehörden stattfindet.
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