Ether klemmt seit Wochen zwischen zwei Marken fest, während einer der größten Käufer der Branche munter weiter zugreift. Bitmine Immersion Technologies hat seinen Bestand um weitere 9.926 ETH aufgestockt und nähert sich damit dem selbst gesteckten Ziel, fünf Prozent des gesamten Ethereum-Angebots zu halten. Der Kurs selbst rührt sich davon kaum.
Bitmine baut die Position weiter aus
Das Unternehmen von Chairman Tom Lee hält nun 5,82 Millionen ETH, ein Gegenwert von rund 11 Milliarden Dollar. Das entspricht 4,8 Prozent der zirkulierenden Ethereum-Menge — Bitmine bezeichnet das selbst als „96 Prozent des Weges“ zu seinem „Alchemy of 5%“-Ziel, das die Firma vor 14 Monaten ausgegeben hat.
Über 5 Millionen der gehaltenen Token sind über die eigene MAVAN-Plattform gestakt, was laut Unternehmensangaben jährliche Erträge von rund 250 Millionen Dollar bringen soll.
Lee begründet die fortgesetzten Käufe mit einem strukturellen Argument: Das ETH/BTC-Verhältnis habe sich über einen langjährigen Abwärtstrend hinausbewegt — ein Signal, das er auf wachsende Nutzung von Ethereum für Tokenisierung und KI-Anwendungen zurückführt. Parallel zu den ETH-Zukäufen hat Bitmine im Rahmen seines milliardenschweren Rückkaufprogramms in der vergangenen Woche 1,7 Millionen eigene Aktien zurückgekauft.
Der Kurs bleibt in seinem Korsett
Trotz der institutionellen Nachfrage bewegt sich Ether seit Tagen in einer Spanne von weniger als einem Prozent, notiert oberhalb von 1.900 Dollar und damit rund 62 Prozent unter dem Rekordhoch von knapp 4.950 Dollar aus dem August 2025. Der entscheidende Widerstand liegt beim 100-Tage-Durchschnitt um 1.920 Dollar — eine Marke, an der der Kurs in diesem Monat bereits mehrfach gescheitert ist. Die Unterstützung darunter, beim 50-Tage-Durchschnitt nahe 1.850 Dollar, hat bislang jeden Rücksetzer aufgefangen.
Amerikanische Spot-ETFs auf Ether verzeichneten zuletzt leichte Abflüsse und beendeten damit eine fünfwöchige Zuflussserie. Der Anteil des gebundenen, also gestakten oder nicht kurzfristig verfügbaren ETH ist im August dennoch auf 34,4 Prozent gestiegen, nach 30,0 Prozent zu Jahresbeginn — ein Hinweis darauf, dass ein wachsender Teil der Halter langfristig orientiert bleibt, auch wenn der Kurs stagniert.
Auf der technischen Seite arbeiten Entwickler derweil an der übernächsten Netzwerk-Etappe. Für das für 2027 geplante Upgrade „Hegotá“ prüft die Ethereum Foundation unter anderem Vorschläge, die Privacy-Pools erlauben würden, ihre Transaktionsgebühren selbst zu zahlen — ein Schritt hin zu mehr Anonymität ohne Umweg über Dritte. Bislang ist davon nur ein Vorschlag namens FOCIL fest eingeplant, weitere 65 Ideen stehen zur Diskussion.
Für die kommenden Handelstage bleibt der 100-Tage-Durchschnitt bei rund 1.920 Dollar die zentrale Hürde. Ein Tagesschluss darüber würde erstmals seit Juni eine höhere Kursstruktur bestätigen, ein Rückfall unter 1.850 Dollar dagegen den Weg Richtung 1.800 Dollar öffnen.
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