Der Ethereum-Kurs hat in diesem Jahr massiv gelitten. Seit Januar steht ein Minus von rund 43 Prozent auf der Anzeigetafel. Dennoch weigern sich Investoren, ihre Token zu verkaufen. Im Gegenteil. Sie sperren ihre Bestände massenhaft im Netzwerk ein und verknappen so das liquide Angebot.
Ein Drittel der Token gesperrt
Anfang Juli übertraf die Staking-Quote bei Ethereum erstmals ein Drittel des Gesamtangebots. Konkret sind 33,06 Prozent aller existierenden Token im Netzwerk gebunden. Das entspricht rund 40 Millionen Coins. Die Anleger setzen damit lieber auf kontinuierliche Zinserträge als auf kurzfristige Verkäufe.
Selbst die Ethereum Foundation macht mit. Sie transferierte kürzlich knapp 5.000 Token in das Protokoll Lido Finance. Parallel dazu trocknen die Krypto-Börsen langsam aus. Allein bei Binance zogen Nutzer Ende Juni innerhalb einer Woche mehr als eine Milliarde US-Dollar ab. Ein Auslöser für diesen Abfluss ist das Inkrafttreten der EU-Regulierung MiCA.
Großinvestoren kaufen wieder
Nach einem schwachen Juni wagen sich auch große Adressen wieder aus der Deckung. Die US-amerikanischen Spot-ETFs auf Ethereum verzeichneten nach langen Abflüssen zuletzt wieder ein Plus. Ein wesentlicher Treiber war der Fonds von BlackRock. Er sammelte an einem einzigen Tag fast 37 Millionen Dollar ein.
Um diese Entwicklung weiter zu fördern, startete Anfang Juli die Organisation „Ethereum Institutional“. Sie dient als direkte Brücke zwischen der Blockchain und der klassischen Finanzwelt. Hinter dem Projekt stehen namhafte Geldgeber sowie der Ethereum-Mitgründer Joe Lubin.
Kurs sucht seinen Boden
Am Krypto-Markt spiegelt der Preis diese strukturelle Stärke noch nicht wider. Aktuell notiert Ether bei knapp 1.698 US-Dollar. Auf Wochensicht steht zwar ein Plus von rund achteinhalb Prozent auf der Tafel. Vom 52-Wochen-Hoch bei fast 5.000 Dollar bleibt der Token jedoch extrem weit entfernt.
Die aktuelle Marktdynamik bereitet den Boden für die zweite Jahreshälfte. Im weiteren Jahresverlauf 2026 steht das wichtige Netzwerk-Upgrade „Glamsterdam“ an. Bis dahin saugen spezielle Anlageprodukte wie der renditeorientierte BlackRock-ETF (ETHB) weiteres Angebot ab. Hält der Trend zur Selbstverwahrung an, trifft eine sinkende Token-Verfügbarkeit bald auf eine wachsende Nachfrage.
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