Ethereum: 3 Milliarden Dollar liquidiert

Ethereum konsolidiert nach 29% Wochenplus. Institutionelle ETF-Zuflüsse und regulatorische Fortschritte stützen den Markt.

Auf einen Blick:
  • Kurs nahezu unverändert nach Rally
  • Short-Squeeze liquidiert Milliarden-Positionen
  • Rekordzuflüsse in Ethereum-ETFs
  • SEC-Vorschlag treibt Krypto-Kurse

Ethereum konsolidiert nach einer kräftigen Rally auf hohem Niveau. Die Kryptowährung notiert bei 2.423,93 Dollar, nahezu unverändert gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 29 Prozent zu Buche, ausgelöst durch eine Mischung aus politischer Rückenwind und institutionellem Kapital.

Ein Short-Squeeze als Verstärker

Auslöser der Bewegung war ein politischer Vorstoß: US-Präsident Trump drängte den Kongress, den sogenannten Clarity Act zu verabschieden, ein Gesetz, das festlegen soll, ob Kryptowährungen als Wertpapiere oder Rohstoffe reguliert werden.

Parallel kündigte das US-Finanzministerium an, seine liquiditätsstützenden Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen mindestens zu verdoppeln, von rund 2 auf 4 Milliarden Dollar je Operation. Das drückte die Anleiherenditen und stützte risikoreichere Anlagen wie Kryptowährungen.

Die Kursbewegung nach oben löste einen massiven Short-Squeeze aus: Händler, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, mussten ihre Positionen eindecken. Innerhalb von 24 Stunden wurden mehr als 3 Milliarden Dollar an gehebelten Krypto-Positionen liquidiert, rund 92 Prozent davon Short-Positionen. Dieser Zwang zum Rückkauf verstärkte die Aufwärtsbewegung zusätzlich.

ETF-Zuflüsse reißen nicht ab

Institutionelles Kapital fließt seit Tagen kontinuierlich in Ethereum-ETFs. Am Freitag verzeichneten die Fonds erneut Nettozuflüsse von 219 Millionen Dollar, den vierten Handelstag in Folge mit positivem Saldo. BlackRocks ETHA-Produkt dominierte dabei erneut mit rund 173 Millionen Dollar. Bereits am Mittwoch hatten Ether-ETFs laut CoinDesk 189 Millionen Dollar eingesammelt, den höchsten Wert seit Oktober 2025.

Auch große Bestandshalter bauen weiter aus: Bitmine Immersion Technologies erwarb am Montag zusätzliche 9.926 ETH und hält damit inzwischen rund 5,82 Millionen ETH, etwa 4,8 Prozent des Angebots, mit einem Wert von rund 11 Milliarden Dollar.

Zusätzlich sorgen strukturelle Entscheidungen großer Häuser für Aufmerksamkeit: BlackRock hat sechs Geldmarktfonds auf Ethereum tokenisiert, Fidelity hat bei der SEC einen Antrag gestellt, Staking in seinen Ethereum-Fonds FETH zu ermöglichen, und Morgan Stanley brachte mit MSSE und MSOL zwei neue börsengehandelte Produkte auf den Markt, die Privatanlegern über ein normales Brokerkonto Zugang zu Ethereum und Solana verschaffen.

Regulierung bleibt der entscheidende Faktor

Die SEC treibt unter ihrem Vorsitzenden Paul Atkins eigene Regulierungsvorhaben voran. Die Kommission stimmte über die Veröffentlichung eines Vorschlags für eine öffentliche Kommentierungsphase ab, ein erster Schritt hin zu dauerhaften Regeln für Digital-Asset-Unternehmen.

Am Mittwoch sorgte eine neue vorgeschlagene Regulierung der SEC für steigende Kurse bei Bitcoin und Ethereum, da sie einen Rahmen für Kapitalaufnahmen von Krypto-Unternehmen schafft. Der Clarity Act selbst steckt indes im Senat fest und soll im September zur Abstimmung kommen.

Technische Erholung und Netzwerkfortschritte

Nach dem Höchststand von 4.953,73 Dollar im vergangenen Jahr und dem Tief bei 1.506,00 Dollar im Juni notiert Ethereum nun rund 61 Prozent über diesem Tief, wenn auch noch deutlich unter dem Rekordniveau.

Der Kurs liegt zudem 27 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.905,61 Dollar, ein Zeichen für den starken kurzfristigen Aufwärtstrend. Der RSI von 85,7 signalisiert dabei eine deutlich überkaufte Marktlage.

Auf technischer Seite treibt die Ethereum Foundation die Weiterentwicklung voran: Am Montag wurde das öffentliche Testnetz Platåberget gestartet, das über mehrere Monate Funktionen für das für das vierte Quartal geplante Glamsterdam-Upgrade testen soll. Der endgültige Umfang und Zeitplan hängen jedoch weiterhin vom Fortschritt der Entwicklertests ab.

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