Starke Zahlen, aber der Kurs dreht ins Minus: Estee Lauder hat im ersten Geschäftsquartal beide Kennziffern klar übertroffen und die Prognose angehoben. Die Aktie notierte am Mittag dennoch rund 1,8 Prozent tiefer bei 107,24 Dollar. Vorbörslich hatte sie noch fast drei Prozent im Plus gelegen.
Fragrance und China tragen die Zahlen
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,72 Dollar, erwartet worden waren 0,51 Dollar. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 3,72 Milliarden Dollar. Die bereinigte operative Marge sprang auf 12,1 Prozent, nach 7,3 Prozent im Vorjahr. Das Sparprogramm Profit Recovery and Growth Plan zeigt offenbar Wirkung.
Treiber waren Düfte und China. Das Duftsegment wuchs organisch um 20 Prozent, getragen von zweistelligen Zuwächsen bei Le Labo, Tom Ford, Jo Malone und Kilian. Der Umsatz in Festlandchina legte um 15 Prozent zu.
Goldman Sachs verweist darauf, dass drei von vier Kategorien und alle Regionen wuchsen. Ein Teil der Stärke in Amerika ist allerdings geliehen: Die Auflösung von Verbindlichkeiten für ungenutzte Geschenkkarten brachte einen einmaligen Rückenwind von 190 Basispunkten.
Prognose steigt, Bewertung bremst
Der Vorstand hebt die Jahresziele schon im ersten Quartal an. Das organische Umsatzwachstum soll nun 4,0 bis 5,5 Prozent erreichen, zuvor waren es 3 bis 5 Prozent.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt das Management 3,20 bis 3,45 Dollar an, bisher 3,10 bis 3,35 Dollar. Die Quartalsdividende beträgt 0,35 Dollar und ist am 15. Dezember 2026 zahlbar.
Warum also der Rückschlag? Die Aktie war zuvor binnen drei Monaten um fast 28 Prozent gestiegen, die gute Nachricht war weitgehend eingepreist. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 32,4. Auch die Historie mahnt zur Vorsicht: Nach den Zahlen im Februar fiel der Kurs um 16,8 Prozent, im August stieg er um 14,1 Prozent.
Goldman Sachs hebt das Kursziel von 124 auf 129 Dollar und bleibt bei „Conviction Buy“. Piper Sandler hatte das Ziel schon vor der Zahlenvorlage auf 125 Dollar angehoben und verwies auf die bessere Innovationspipeline.
Weihnachtsquartal als Prüfstein
Die Gewinne dürften sich im Geschäftsjahr ungleich verteilen. Der Konsens sieht für das Weihnachtsquartal 1,21 Dollar je Aktie bei 4,45 Milliarden Dollar Umsatz. In den Folgequartalen sinken die Erwartungen deutlich, auf 0,53 Dollar im Juni-Quartal.
Die Zahlen für Dezember 2026 zeigen damit, ob die Prognoseanhebung trägt. Für China und den Reiseeinzelhandel gelten Hainan und das Festland als Belege, zudem muss sich die um acht Prozent erhöhte Investition in Konsumentenmarketing auszahlen.
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