Gemeinsam mit Technologiepartner Meta erweitert der Brillen- und Optikkonzern EssilorLuxottica sein Angebot an vernetzten Brillen deutlich und rollt den Vertrieb auf zahlreiche neue Ländermärkte aus. Vorgestellt wurden die Neuheiten im Rahmen der Entwicklerkonferenz Meta Connect. Neben einer dritten Generation der etablierten Datenbrille bringen die Partner erstmals eine rein audiobasierte Ausführung ohne Kamerasystem auf den Markt.
Mit diesem Schritt reagieren die Unternehmen auch auf anhaltende Datenschutzbedenken in der Öffentlichkeit, die den Einsatz kamerabewährter Brillen in verschiedenen Umgebungen erschwert hatten.
Technischer Ausbau und neue Modellvarianten
Die neu präsentierte Modellreihe Ray-Ban Meta Audio verzichtet vollständig auf Bildsensoren und setzt stattdessen auf ein integriertes Open-Ear-Audiosystem sowie Sprachassistenzfunktionen.
Die Brille wiegt ab 43 Gramm und soll eine Akkulaufzeit von bis zu 12 Stunden bieten, die sich mit dem Ladeetui auf bis zu 48 Stunden verlängern lässt. Sie erscheint zunächst in den klassischen Fassungsdesigns Clubmaster und Burbank sowie in 23 Farb- und Glaskombinationen. Unterstützt werden auch optische Korrekturgläser. In Europa ist der Marktstart für Mitte Oktober zu einem Einstiegspreis von 349 Euro vorgesehen.
Parallel dazu stellten die Partner die Ray-Ban Meta Gen 3 vor. Diese Generation behält die 12-Megapixel-Kamera für Videoaufnahmen bei, verfügt über ein Array aus sechs Mikrofonen und verspricht bis zu neun Stunden Akkulaufzeit.
Für die Fassungen stehen unter anderem die Linien Wayfarer, Aviator und Zena zur Auswahl. Zudem integrieren die Partner eine von der US-Gesundheitsbehörde FDA freigegebene Funktion zur Hörunterstützung bei leichten bis mittleren Beeinträchtigungen, die vorerst im US-Markt eingeführt wird.
Internationale Expansion und geschäftlicher Kontext
Begleitend zu den Hardware-Neuvorstellungen kündigte EssilorLuxottica eine erhebliche Ausweitung der Vertriebsregionen an. Das Sortiment der vernetzten Brillen kommt künftig unter anderem in Polen, Portugal, Südafrika, Israel sowie in mehreren südostasiatischen Märkten wie Indonesien, Thailand, Malaysia und den Philippinen in den Handel. Bis zum Jahresende planen die Partner das Portfolio auf über 100 verschiedene Design- und Glaskombinationen auszubauen.
Die Sparte gewinnt für den französisch-italienischen Brillenkonzern an Bedeutung: Im zweiten Quartal 2026 belief sich der Konzernumsatz auf 7.692 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 7,2 Prozent entsprach, wobei sich die Erlöse im Bereich der KI-gestützten Brillen im selben Zeitraum nahezu verdoppelten.
Am Aktienmarkt spiegelte sich die jüngste Produktpräsentation verhalten wider: Das Papier notiert am Donnerstag bei 148,05 Euro, was einem Tagesrückgang von 1,1 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Verlust von 45 Prozent, nachdem sie in den vergangenen Monaten durch Branchen- und Führungsdiskussionen unter deutlichen Bewertungsdruck geraten war.
Die vertiefte Partnerschaft im Technologiesegment unterstreicht nun die strategische Ausrichtung, das klassische Brillengeschäft langfristig um digitale Plattformfunktionen zu ergänzen.
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