EssilorLuxottica wächst nicht nur mit vernetzten Brillen: Der Direktvertrieb und Produkte gegen Kurzsichtigkeit liefern wichtige Wachstumsbeiträge. Die gestern veröffentlichten Geschäftszahlen zeigen damit mehrere Stützen für die bestätigte Fünfjahresperspektive. Für Anleger ist diese Breite bedeutsam, weil das Geschäft mit tragbarer Technologie zwar zulegt, aber deutlich an Tempo verliert.
Direktvertrieb wächst stärker als das Partnergeschäft
Im dritten Quartal 2026 steigerte EssilorLuxottica den Umsatz im Direktvertrieb zu konstanten Wechselkursen um 10,6%. Die vergleichbaren Filialumsätze legten um 6,8% zu. Das Wachstum beschränkt sich damit nicht auf eine größere Verkaufsbasis: Auch die vergleichbaren Standorte trugen zur Entwicklung bei.
Der direkte Zugang zu Verbrauchern erweist sich somit als eine wichtige Wachstumsstütze. Das Geschäft mit professionellen Partnern entwickelte sich ebenfalls positiv, blieb beim Wachstum jedoch hinter dem Direktvertrieb zurück.
Professional Solutions erzielte zu konstanten Wechselkursen ein Plus von 3,4%. Zugleich wuchsen alle Weltregionen. Besonders dynamisch entwickelte sich Asien-Pazifik mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von 15,7%.
Die regionale Breite ergänzt damit die unterschiedlichen Vertriebskanäle. Das ist für die Einordnung der Geschäftsentwicklung relevant: EssilorLuxottica ist beim Wachstum derzeit weder auf einen einzelnen Absatzweg noch auf eine einzige Region angewiesen.
Kurzsichtigkeitsprodukte liefern zusätzliche Dynamik
Das Produktangebot zum Myopie-Management wuchs im dritten Quartal und in den ersten neun Monaten 2026 jeweils um 24%. Auch dieser Bereich trägt damit zur Expansion bei, unabhängig vom Geschäft mit KI-Brillen.
Für Anleger erweitert das den Blick auf die Wachstumstreiber. Neben der Aufmerksamkeit für vernetzte Brillen stehen Produkte zur Augenversorgung, deren Entwicklung ebenfalls für die längerfristige Geschäftsperspektive zählt.
Bei den tragbaren Technologien erreichte der Quartalsumsatz 486 Mio. Euro. Das entspricht einem Wachstum von 20%. Zu diesem Geschäft gehören sowohl die mit Meta entwickelten KI-Brillen als auch Nuance Audio.
Die Zuwächse dürfen allerdings nicht mit einer unverändert hohen Dynamik verwechselt werden. Das Wachstumstempo lag deutlich unter dem des Vorquartals. Zudem erschweren die besonders hohen Smartbrillenverkäufe im Schlussquartal des Vorjahres den kommenden Vergleich.
Produktpläne treffen auf Wettbewerbsrisiken
Meta und EssilorLuxottica planen, bis Jahresende mehr als 100 KI-Brillenmodelle anzubieten. Parallel bestätigte EssilorLuxottica seine Fünfjahresperspektive: Der Umsatz soll solide wachsen und der bereinigte operative Gewinn entsprechend zulegen. Konkrete numerische Ziele nannte das Unternehmen nicht.
Die Analysten bewerten die Chancen unterschiedlich. Stifel zufolge können tragbare Technologien trotz fragiler Verbraucherstimmung zum Geschäft beitragen. Bernstein warnt dagegen, dass überzeugende Konkurrenzprodukte von Google die Bewertung von EssilorLuxottica belasten könnten.
Damit liegt der entscheidende Maßstab nicht allein beim Absatz neuer KI-Brillen. Die bestätigte Perspektive gewinnt vor allem dann an Gewicht, wenn Direktvertrieb und Augenversorgung ihre Wachstumsbeiträge fortsetzen und das verlangsamte Wearables-Geschäft ergänzen.
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