Die Aktie von EssilorLuxottica sieht sich nach einer deutlichen Neueinschätzung durch Kepler Cheuvreux mit spürbarem Gegenwind konfrontiert. Am Donnerstag stufte das Analysehaus den Brillen- und Optikkonzern Medienberichten zufolge von „Buy“ direkt auf „Reduce“ herab.
Gleichzeitig senkten die Experten ihr Kursziel von zuvor 244 Euro drastisch auf 135 Euro. Dieser Schritt spiegelt wachsende Bedenken hinsichtlich der operativen Aussichten wider und trifft auf ein ohnehin unruhiges Umfeld für das Unternehmen.
Bedenken wegen Datenbrillen und Margendruck
Den Schritt begründete Kepler Cheuvreux mit spezifischen Risiken im Produktportfolio sowie bei der Profitabilität. Im Mittelpunkt der Skepsis stehen Befürchtungen über ein langsameres Wachstum bei vernetzten Brillen („Smart Glasses“). Hinzu kommt die Sorge vor einer strukturellen Verwässerung der Margen, die das künftige Ertragsprofil belasten könnte. Das neue Kursziel liegt dabei sogar noch unter dem Niveau, auf dem die Anteilsscheine zuletzt an den Handelsplätzen bewertet wurden.
Die Zurückhaltung der Analysten verstärkt die Verunsicherung unter den Anlegern, da technologische Innovationen wie vernetzte Brillenmodelle bislang als wesentliche Hoffnungsträger für die künftige Expansion galten. Trüben sich die Aussichten in diesem Wachstumsfeld ein, während gleichzeitig die operative Marge strukturell nachgibt, geraten wesentliche Säulen der bisherigen Bewertungsfantasie ins Wanken.
Strategiedebatte und Rückendeckung für das Management
Die Herabstufung fällt in eine Phase spürbarer Unruhe auf Gesellschafterebene. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am 7. September berichtete, hatte Leonardo Maria Del Vecchio, der Sohn des EssilorLuxottica-Gründers Leonardo Del Vecchio, angesichts von Kritik am Management eine neue Konzernstrategie angemahnt. Seine Forderungen schlossen eine Überprüfung der Unternehmensführung sowie der bisherigen Kapitalallokation ausdrücklich ein.
Die Führungsriege reagierte auf die aufkommenden Diskussionen mit einem geschlossenen Auftreten. Vor gut einer Woche bekräftigte der Verwaltungsrat von EssilorLuxottica einstimmig sein Vertrauen in Chairman und CEO Francesco Milleri sowie Deputy CEO Paul du Saillant.
Das Gremium stellte sich zugleich hinter das Führungsteam und bestätigte die mittel- und langfristige Konzernstrategie, nachdem vorangegangene Medienberichte und öffentliche Erklärungen für Aufsehen gesorgt hatten.
Notierung nahe dem Jahrestief
An der Börse hinterlässt die Kombination aus operativen Fragezeichen und strategischen Richtungsdiskussionen deutliche Spuren. Zum Handelsschluss am gestrigen Freitag notierte das Papier bei 138,70 Euro. Damit bewegt sich der Kurs nur knapp über seinem ebenfalls gestern markierten 52-Wochen-Tief von 138,00 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 49 Prozent.
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