EssilorLuxottica Aktie: Deutsche Bank senkt auf 183 Euro

Uneinigkeit bei Analysten: Während die Deutsche Bank neutral startet, sehen andere hohes Potenzial in der Smart-Glasses-Strategie von EssilorLuxottica.

Auf einen Blick:
  • Deutsche Bank startet mit neutralem Rating
  • Barclays bestätigt optimistische Overweight-Einstufung
  • Ray-Ban-Meta-Produktion soll massiv ausgeweitet werden
  • Aktie notiert nahe dem Jahrestief

Brillen-Gigant EssilorLuxottica dominiert mit Meta den jungen Markt für smarte Brillen. An der Börse spiegelt sich diese Marktführerschaft derzeit kaum wider. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 35 Prozent an Wert verloren. Nun gießt eine neue Analystenstimme zusätzlich Wasser auf die Mühlen der Skeptiker und facht die Debatte um die strategische Ausrichtung neu an.

Tech-Konkurrenz drückt auf die Stimmung

Die Deutsche Bank hat die Beobachtung des Unternehmens mit einer neutralen Einstufung aufgenommen. Analyst Falko Friedrichs ruft ein Kursziel von 183 Euro aus. Er begründet die Zurückhaltung mit schwächer als erwarteten Zahlen zum ersten Quartal. Ferner verweist er auf eine eintrübende Konsumstimmung, die das Basisgeschäft des Brillenherstellers belasten könnte.

Hinzu kommt ein wachsendes strategisches Risiko. Technologiekonzerne wie Alphabet und Apple planen Berichten zufolge eigene KI-Brillen. Diese aufkommende Konkurrenz könnte die Position von EssilorLuxottica empfindlich stören. Bislang baut der Konzern dieses Segment exklusiv über die Partnerschaft mit Meta Platforms auf.

Andere Häuser bewerten die Lage völlig anders. Barclays bestätigte erst diese Woche sein „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 300 Euro. Auch der breite Analystenkonsens bleibt mit einem durchschnittlichen Ziel von rund 298 Euro deutlich optimistischer. Die extreme Spanne zwischen den Schätzungen zeigt, wie unsicher der Markt die Entwicklung im Wearables-Sektor einschätzt.

Volumenwachstum trifft auf Margendruck

Im Zentrum der Debatte steht die Ray-Ban-Meta-Kollektion. Beide Partner diskutieren aktuell eine massive Ausweitung der Produktionskapazitäten. Bis Ende 2026 soll der jährliche Ausstoß auf 20 Millionen Einheiten steigen. Für den Konzern, der im vergangenen Jahr einen Umsatz von 28,5 Milliarden Euro erwirtschaftete, wird das Tech-Segment damit zu einem zentralen Wachstumstreiber.

Allerdings bringen die smarten Modelle finanzielle Herausforderungen mit sich. Laut RBC Capital Markets erwirtschaften die Hightech-Brillen deutlich geringere Bruttomargen als das klassische Sortiment. Höhere Stückzahlen und sinkende Komponentenkosten sollen diesen Effekt künftig abfedern. Parallel dazu stützt das Unternehmen den Kurs durch Aktienrückkäufe, die zuletzt Ende April im Rahmen der Hauptversammlungs-Ermächtigung umgesetzt wurden.

Aktie nahe dem Jahrestief

An der Börse überwiegt momentan die Skepsis. Mit einem aktuellen Kurs von 172,95 Euro notiert das Papier nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 167,80 Euro. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt liegt bei über elf Prozent. Das Unternehmen muss nun beweisen, dass die massive Produktionsausweitung mit Meta die Margen nicht verwässert, bevor Apple und Alphabet mit eigenen Modellen in den Markt drängen.

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