Die Erste Group hebt nach neun Monaten erneut ihren Ausblick an. Der Konzern wächst im Kundengeschäft kräftig, vor allem getragen von der Konsolidierung der polnischen Tochter. Der Nettogewinn liegt bei 3,1 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie bei 7,37 Euro nach 6,13 Euro im Vorjahreszeitraum.
Wachstum mit und ohne Polen
Ohne Polen stieg der Nettogewinn um 7,9 Prozent, einschließlich der Erste Bank Polska um 20,6 Prozent. Das Kreditvolumen legte auf vergleichbarer Basis um 5,8 Prozent zu, die Einlagen um 4,5 Prozent. Besonders stark wuchs das Geschäft in Österreich, Tschechien und Ungarn. Inklusive Polen kletterte das Kreditvolumen um knapp 24 Prozent auf 287 Milliarden Euro.
Die Erträge profitierten vom günstigen Zinsumfeld. Der Zinsüberschuss stieg ohne Polen um 7,0 Prozent, der Provisionsüberschuss um 9,5 Prozent, gestützt vom Wertpapiergeschäft. Da die Kosten nur um 3,1 Prozent zulegten, verbesserte sich die Kosten-Ertrags-Relation auf 45,0 Prozent.
Die Eigenkapitalrendite (ROTE) erreicht 20,9 Prozent, nach 16,8 Prozent im Vorjahr. Zentraleuropa steuert zwei Drittel zum Gewinn bei.
Bankensteuern bremsen
Gegenwind kommt von den Abgaben. Die Bankensteuern haben sich auf 529 Millionen Euro fast verdoppelt, vor allem wegen höherer Sätze in Ungarn und Rumänien sowie der erstmaligen Verbuchung in Polen. Die Steuerquote stieg auf 24,0 Prozent. Die Risikokosten blieben mit 21 Basispunkten moderat, die NPL-Quote sank leicht auf 2,3 Prozent.
Höhere Ziele, Übernahmeangebot rückt näher
Der Vorstand schraubt die Prognose für 2026 nach oben:
- Kundenkredite: über 290 Milliarden Euro (zuvor rund 290 Milliarden)
- Zinsüberschuss ohne Polen: Plus von mehr als 6 Prozent (zuvor etwa 5 Prozent)
- Provisionsüberschuss ohne Polen: Plus von etwa 10 Prozent (zuvor 7 bis 9 Prozent)
- Kosten-Ertrags-Relation ohne Polen: unter 46 Prozent (zuvor unter 47 Prozent)
Zugleich steht der nächste Schritt in Polen an. Die aufsichtsrechtliche Genehmigung für das freiwillige Übernahmeangebot liegt vor. Das Angebot soll am 2. November beginnen, die Annahmefrist am 3. November starten. Die Erste Group will ihren Anteil von 49 Prozent auf mehr als 50, höchstens aber 75 Prozent erhöhen. Der Preis liegt bei rund 713 Zloty je Aktie, die Finanzierung erfolgt aus eigenen Mitteln.
Die harte Kernkapitalquote beträgt pro forma 15,0 Prozent, nach 19,3 Prozent im Dezember 2025. Nach dem Angebot strebt die Bank weiterhin mehr als 14,25 Prozent an. Die Abwicklung ist für Dezember 2026 vorgesehen und setzt voraus, dass genügend Aktien angedient werden.
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