Die Erste Group steuert auf eine turbulente Woche zu. Während die EZB vor einer Zinswende steht, droht in Wien neues Ungemach durch die Finanzpolitik. Anleger blicken auf zwei Belastungsfaktoren gleichzeitig.
Zinswende der EZB rückt näher
Am 11. Juni 2026 entscheidet die Europäische Zentralbank über die Leitzinsen. Marktteilnehmer erwarten eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent. Es wäre der erste Schritt nach oben seit fast drei Jahren.
Hintergrund sind die massiv gestiegenen Energiepreise. Der Krieg im Iran blockiert wichtige Handelswege in der Straße von Hormus. Das befeuert die Inflation im Euroraum spürbar.
Höhere Bankenabgabe geplant
Finanzminister Marterbauer plant eine höhere Belastung für heimische Institute. Er stellt in der kommenden Woche das Doppelbudget für 2027/28 vor. Medienberichte bestätigen eine geplante Erhöhung der Bankenabgabe.
Wien will damit den Staatshaushalt konsolidieren. Ex-Konzernchef Andreas Treichl kritisierte diesen Schritt bereits deutlich. Er sieht darin eine politische Reaktion auf die mangelnde Beliebtheit der Branche.
Charttechnik liefert Halt
Trotz der politischen Diskussionen zeigte sich die Aktie zuletzt stabil. Am Freitag schloss das Papier bei 101,10 Euro. Damit notiert die Aktie weiterhin über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 96,25 Euro.
Die jährliche Volatilität liegt aktuell bei rund 30 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr steht dennoch ein sattes Plus von 41 Prozent.
Die kommenden Tage entscheiden über die kurzfristige Richtung der Aktie. Am Donnerstag liefert die EZB die geldpolitischen Fakten. Parallel dazu konkretisiert das Finanzministerium seine Steuerpläne für den Sektor.
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