Mögliche diplomatische Annäherungen im Nahen Osten haben die internationalen Ölpreise zum Ende der Handelswoche spürbar belastet. Wie Reuters berichtet, reagierten die Rohstoffmärkte auf Meldungen über Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bezüglich der Straße von Hormus.
Gleichzeitig wogen Anleger diese Berichte gegen Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien ab. Da die Rohölpreise im Zuge der Meldungen um mehr als ein Prozent nachgaben, geriet der gesamte europäische Energiesektor unter Verkaufsdruck. Die Aktie von Equinor verlor heute 2,4 Prozent auf 37,18 Euro.
Sektorweiter Rücksetzer an der Börse Oslo
Der Abwärtsdruck beschränkte sich keineswegs auf den norwegischen Branchenprimus. Medienberichten zufolge gaben an der Börse in Oslo zur selben Zeit auch die Anteilsscheine anderer Energieproduzenten wie Aker BP und Vår Energi nach. Marktteilnehmer sahen darin ein klares Zeichen für einen branchenweiten Dämpfer. Dieser ging vor allem von den schwächeren Rohstoffnotierungen aus und war nicht auf unternehmensspezifische Probleme zurückzuführen.
Laufende Rückkaufprogramme stützen die Kapitalstruktur
Auf Unternehmensebene setzt Equinor unterdessen die angekündigten Maßnahmen zur Kapitalrückführung fort. Am Dienstag informierte die Gesellschaft über die Transaktionen der vorangegangenen Handelswoche. In diesem Zeitraum erwarb der Konzern insgesamt 535.701 eigene Anteilsscheine. Für dieses Paket zahlte das Unternehmen exakt 224.703.937,14 NOK.
Damit erreichten die kumulierten Rückkäufe innerhalb der laufenden Tranche einen Umfang von 5.567.791 Aktien. Nach weiteren Zukäufen für mitarbeiterbezogene Beteiligungsprogramme hielt der Konzern einen Bestand von 0,83 Prozent des gesamten Aktienkapitals.
Analysten verweisen auf den europäischen Gasmarkt
Trotz der aktuellen Kursschwäche blickte die Bank of America am 18. September positiv auf den Konzern. Die US-Bank stufte die Equinor-Aktie von Neutral auf Buy hoch und hob das Kursziel auf 465 NOK an. Als wesentlichen Treiber für diese Entscheidung nannten die Analysten die verbesserten Aussichten für die europäischen Gaspreise im anstehenden Winter.
Die Experten setzten ihre Prognose für den maßgeblichen TTF-Gaspreis bei 95 Euro je Megawattstunde im kommenden Winter an. Infolgedessen hob das Bankhaus seine Schätzungen für den künftigen freien Cashflow von Equinor um 23 Prozent an.
Warten auf die Quartalszahlen
Für die Anleger rückt nun der nächste fundamentale Termin näher. Das Unternehmen hält sich im Gesamtjahr solide, wobei der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei minus 6,2 Prozent liegt. Neue Einblicke in die operative Leistungsfähigkeit folgen am 28. Oktober. An diesem Tag wird Equinor die Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorlegen und im Rahmen einer Analystenkonferenz erläutern.
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