Hohe Öl- und Gaspreise, ein Rekordbeitrag der Raffinerie Mongstad und eine gestrafftes Kapitalprogramm: Equinor hat für das dritte Quartal 2026 Zahlen vorgelegt, die vor allem eines zeigen. Der Konzern verdient derzeit kräftig an den Rohstoffmärkten und gibt einen großen Teil davon an die Aktionäre weiter.
Preise treiben das Ergebnis
Das bereinigte operative Ergebnis lag bei 12,35 Milliarden Dollar, das bereinigte Nettoergebnis bei 2,86 Milliarden Dollar. Das berichtete operative Ergebnis stieg von 5,27 auf 11,95 Milliarden Dollar. Der Abstand zwischen operativem und Nettoergebnis erklärt sich vor allem durch die hohe Steuerlast auf norwegischem Festlandsockel.
Treiber waren höhere Preise für Flüssigkeiten und europäisches Gas. Equinor erzielte 92,3 Dollar je Barrel und 20,0 Dollar je mmbtu. Auch das Geschäft mit Vermarktung, Midstream und Verarbeitung lieferte stark, getragen von hohen Raffineriemargen und LNG-Handel.
Die Gesamtproduktion stieg um zwei Prozent auf 2.166 mboe pro Tag. International legte sie um 21 Prozent zu, vor allem dank Adura in Großbritannien und Bacalhau in Brasilien. Das Wachstumsziel für 2026 hebt der Vorstand von drei auf rund vier Prozent an.
Cash und Bilanz
Der operative Cashflow nach gezahlten Steuern erreichte 8,1 Milliarden Dollar. Darin stecken zwei Steuerraten für den norwegischen Sockel über zusammen 6,2 Milliarden Dollar. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum eingesetzten Kapital sank auf 3,8 Prozent, nach 10,4 Prozent im Vorquartal.
Strategisch kam einiges in Bewegung. Equinor übernahm einen Anteil am US-Gaskraftwerk Lackawanna und stieg über eine Explorationslizenz in Namibia ein. Den von bp erworbenen Anteil an Bay du Nord in Kanada gab das Unternehmen im Oktober zu 30 Prozent an Shell weiter. Mit Aker BP und Vår Energi startete zudem eine Explorationspartnerschaft auf dem norwegischen Sockel.
Ausschüttung
Die Quartalsdividende beträgt 0,39 Dollar je Aktie. Der Vorstand hat sie beschlossen, sie entspricht der Ankündigung vom Februar.
Der Aktienrückkauf geht in die vierte und letzte Tranche für 2026. Sie umfasst bis zu 1,125 Milliarden Dollar, davon fließen bis zu 371,3 Millionen Dollar in Marktkäufe. Der Rest entfällt auf Aktien, die der norwegische Staat einbringt, damit sein Anteil bei 67 Prozent bleibt. Die Tranche startet am 29. Oktober und endet spätestens am 1. Februar 2027. Ein unabhängiger Dritter führt die Käufe aus.
Das Jahresprogramm summiert sich damit auf bis zu 3 Milliarden Dollar, nach zunächst 1,5 Milliarden Dollar im Februar. Die erworbenen Aktien sollen auf der Hauptversammlung im Mai 2027 eingezogen werden. Über Tranchen nach 2026 entscheidet der Vorstand quartalsweise.
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