Equinor setzt voll auf Kanada. Der norwegische Energiekonzern übernimmt die verbliebenen Anteile von BP am Projekt Bay du Nord. Damit gehört das prestigeträchtige Vorhaben vor der Küste Neufundlands künftig vollständig den Norwegern.
Volle Kontrolle im Flämischen Pass
Die Akquisition umfasst den bisherigen BP-Anteil von 37,2 Prozent. Finanzielle Details zum Kaufpreis blieben unter Verschluss. Equinor kontrolliert damit fortan die gesamte Entwicklung im produktiven Becken rund 500 Kilometer vor der Küste.
Das Projekt beherbergt schätzungsweise über 400 Millionen Barrel Öl. Equinor treibt die technische Planung bereits massiv voran. Ein Vertrag für das zentrale Förderschiff wurde bereits im April 2026 unterzeichnet.
BP zieht sich indes planmäßig zurück. Durch den Ausstieg spart der britische Konzern rund 5,2 Milliarden kanadische Dollar an geplanten Investitionskosten. Das Management nutzt den Schritt zur Bilanzbereinigung und zum Schuldenabbau.
Strategische Ausweichbewegung
Der Fokus auf Kanada bietet Equinor wichtigen Spielraum. In Europa wächst parallel dazu der Druck institutioneller Investoren. Sechs große Finanzhäuser mit Billionen-Vermögen fordern striktere Verbote für Arktis-Bohrungen, was andere Projekte des Konzerns gefährden könnte.
An der Börse zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Aktie notiert aktuell bei 28,10 Euro. Während das Papier auf Sicht von 30 Tagen rund 12 Prozent verlor, steht seit Jahresbeginn ein Plus von fast 35 Prozent zu Buche.
Der Kurs liegt weiterhin oberhalb seines 200-Tage-Durchschnitts von 25,72 Euro. Die Volatilität bleibt mit annualisierten 32 Prozent jedoch vergleichsweise hoch.
Die endgültige Investitionsentscheidung soll Anfang 2027 fallen. Läuft alles nach Plan, fließt das erste Öl im Jahr 2031. Das gesamte Projektvolumen wird auf rund 14 Milliarden kanadische Dollar taxiert.
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