Engie hat eine umfassende Vereinbarung zur Stromlieferung mit dem US-Technologiekonzern Oracle geschlossen. Über sein Windkraft-Portfolio im texanischen ERCOT-Markt wird das Unternehmen bis zu 568 Megawatt dekarbonisierte Energie bereitstellen. Die Lieferungen sind für den Betrieb von Oracle-Rechenzentren im Bundesstaat Texas bestimmt. Finanzielle Details und das Gesamtvolumen des Kontrakts gaben die Vertragsparteien nicht bekannt.
Trotz des operativen Erfolgs im US-Geschäft geriet das Papier des französischen Energiekonzerns an den europäischen Börsen unter Druck. Im heutigen Handel verzeichnete der Titel einen Rückgang von 2,5 Prozent auf 23,74 Euro. Damit beläuft sich die Marktkapitalisierung des Versorgers auf 61,05 Milliarden Euro.
Teil eines großvolumigen Ausbauprogramms
Die Vereinbarung von Engie North America ist in ein größeres Vertragspaket von Oracle eingebettet. Der US-Konzern sicherte sich für seine Rechenzentren in Texas Windkraftkapazitäten von insgesamt mehr als 1,7 Gigawatt.
Zu den beteiligten Betreibern zählen neben Engie auch RWE, Clearway Energy sowie Scout Clean Energy. Die vertraglich gebundenen zehn Windkraftanlagen speisen in das ERCOT-Netz ein und versorgen unter anderem den Campus des Technologieunternehmens in Abilene.
Mit den abgeschlossenen Verträgen verfolgt Oracle das Ziel, den Strombedarf für seine KI-Rechenzentren bis 2035 vollständig aus emissionsfreien Energiequellen zu decken. Nach Unternehmensangaben entspricht die jährliche Erzeugung der vereinbarten Projekte rechnerisch dem Strombedarf von mehr als 525.000 US-Haushalten. Engie steuert hierbei den größten Einzelanteil aus den genannten Partnervereinbarungen bei.
Wachsender Energiebedarf durch Rechenzentren
Für Engie unterstreicht der Kontrakt die steigende Nachfrage großer Infrastrukturbetreiber nach verlässlichen Abnahmeverträgen für erneuerbare Energien.
Getrieben durch den Ausbau von Rechenzentren für rechenintensive Anwendungen wie künstliche Intelligenz suchen US-Technologiekonzerne gezielt nach langfristigen Partnerschaften mit etablierten Erzeugern. Texas gilt dabei aufgrund seines eigenständigen Stromnetzes und zahlreicher Standortprojekte als einer der zentralen Knotenpunkte dieser Entwicklung.
Parallel zu dem Großabkommen markiert der heutige Handelstag auch die Rückkehr von Engie in den europäischen Leitindex Euro Stoxx 50, dem der Versorger im Zuge der planmäßigen Indexüberprüfung neu zugeordnet wurde. Operativ setzt das Unternehmen seinen Kurs fort, das Portfolio an Erneuerbaren-Anlagen in Kernmärkten über direkte Abnahmeverträge mit Unternehmenskunden weiter zu monetarisieren.
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