Knapp 6 Prozent rauf, und das an einem einzigen Tag. Energy Vault Holdings hat am Donnerstag gemeldet, sich durch eine bindende Übernahme in den japanischen Markt einzukaufen. Ein lokaler Entwickler gibt sein BESS-Portfolio ab, Energy Vault bekommt dafür 850 MW Speicherkapazität und gleich ein ganzes Team dazu. Der Markt hat das offenbar gemocht.
Was steckt wirklich drin?
Das Portfolio teilt sich auf in 350 MW fortgeschrittene Projekte und 500 MW frühe Projektstadien. Die fortgeschrittenen Projekte sollen ab der zweiten Hälfte 2027 gebaut werden, operativ wären sie dann frühestens ab H2 2028. Das heißt: Wer heute kauft, kauft Projekte, die in drei Jahren vielleicht Strom liefern.
Denn die 500 MW in der Frühphase sind noch weiter weg. Wie weit genau, sagt die Meldung nicht.
Energy Vault Holdings Aktie Chart
180 Millionen Dollar EBITDA, irgendwann
Energy Vault stellt mehr als 180 Millionen Dollar jährliches wiederkehrendes EBITDA in Aussicht, sobald alle Assets vollständig operativ sind. Der Zeithorizont dafür: 12 bis 36 Monate. Das ist eine ziemlich breite Spanne. Und „vollständig operativ“ bei Projekten, die frühestens 2028 ans Netz gehen, lässt sich wohl verschieden interpretieren.
Immerhin: Das Gesamtportfolio des Unternehmens übersteigt nun 1 GW an Energiespeicher und KI-Recheninfrastruktur. Japan soll dabei von Netzengpässen und dem Ausbau erneuerbarer Energien profitieren, Energy Vault plant Erlöse aus Großhandel, Kapazitätsmärkten und Regelenergie.
Viel Zukunft, wenig Gegenwart
Der Kurssprung von knapp 6 Prozent zeigt, dass Anleger die Japan-Story mögen. Verständlich, denn der Markt ist groß, die Nachfrage nach Speicherlösungen real. Nur kauft man bei Energy Vault eben nicht die Gewinne von heute, sondern die Versprechen von 2028 und später. Ob das reicht, wird sich zeigen, wenn aus „advanced-stage“ irgendwann „in Betrieb“ wird.
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