Nach monatelangem Kursverfall erhält der Bremer Erneuerbare-Energien-Entwickler Energiekontor wieder Zuspruch von Analystenseite. Warburg Research hat die Beobachtung des Unternehmens am Freitag mit einer Kaufempfehlung wieder aufgenommen und sieht den fairen Wert der Aktie bei 52,90 Euro.
Analyst Philipp Kaiser schloss damit seine Neubewertung ab, die nach der Gewinnwarnung vor über einem Monat notwendig geworden war. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 24,55 Euro.
Die Experten begründen ihren Optimismus vor allem mit den werthaltigen Bestandsanlagen des Konzerns. Allein das konzerneigene Portfolio aus Wind- und Solarparks im Segment der Stromerzeugung (IPP) decke nach Einschätzung von Warburg Research die gesamte Marktkapitalisierung des Unternehmens ab. Diese beläuft sich derzeit auf 337,61 Millionen Euro. Das klassische Projektentwicklungsgeschäft werde an den Finanzmärkten momentan überhaupt nicht eingepreist. Die Marktlage sei nach den Rückschlägen der Vormonate möglicherweise zu negativ gesehen worden.
Juristischer Rückschlag bei schottischem Windpark
Während Analysten auf die Substanz der Bestandsanlagen verweisen, gibt es im operativen Projektgeschäft in Großbritannien eine Verzögerung. Das Vorhaben der britischen Tochtergesellschaft Energiekontor UK in der Nähe von Heriot umfasst acht Windturbinen.
Der Scottish Borders Council hatte das Vorhaben bereits 2020 abgelehnt. Nach überarbeiteten Entwürfen im Juli 2024 erteilte ein Regierungsreporter im Januar 2025 schließlich die Zustimmung.
Dagegen klagte der Nachbarbetrieb Raeshaw Farms mit der Begründung, die Umweltauswirkungen des Netzanschlusses seien nicht ausreichend geprüft worden. Die schottischen Richter gaben dieser Beschwerde nun statt und verwiesen das Genehmigungsverfahren zur erneuten Prüfung an einen anderen Reporter zurück.
Hoher Bewertungsabschlag nach schwachem Börsenjahr
Anleger blicken nach einem turbulenten Jahr auf deutliche Verluste. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 32 Prozent. Neben den allgemeinen Verzögerungen bei Netzanschlüssen in Großbritannien belastete vor allem die Prognosesenkung vor über einem Monat die Notierung des Windkraftspezialisten spürbar.
Für Energiekontor kommt es in den nächsten Monaten darauf an, ob der Neubewertungsansatz von Warburg Research am Markt Gehör findet. Die Diskrepanz zwischen dem vergebenen Kursziel und der aktuellen Bewertung verdeutlicht, wie stark die Erwartungen an das künftige Projektgeschäft und die Stabilität des eigenen Anlagenportfolios auseinanderdriften. Die Entscheidung der schottischen Richter zeigt jedoch, dass planungsrechtliche Hürden in Kernmärkten weiterhin für Verzögerungen sorgen können.
Energiekontor-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Energiekontor-Analyse vom 04. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Energiekontor-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Energiekontor-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
