Enbridge Aktie: 450 Millionen Dollar für Line 5

Enbridge erhält Genehmigung für Line-5-Umleitung, muss aber mit Teil-Baustopp umgehen. Neue Erdgas-Projekte sollen folgen.

Auf einen Blick:
  • 450 Millionen Dollar für Pipeline-Umleitung
  • Teil-Baustopp für Gewässerquerungen
  • Neues Erdgas-Projekt Project Beacon
  • Westcoast-Connector-Pipeline aufgegeben

Die Aktie des Pipelinebetreibers Enbridge notierte kürzlich auf einem 52-Wochen-Hoch von umgerechnet 50,05 Euro. Aktuell korrigiert das Papier leicht auf 48,80 Euro – ein Minus von 2,5 Prozent. Der RSI von 42 deutet auf eine leichte Abkühlung nach der Rallye hin. Dabei hat das Unternehmen wichtige Fortschritte erzielt, kämpft aber gleichzeitig mit rechtlichen Bremsen.

Line 5: Genehmigung und Teil-Stopp

Das US-Heeresingenieurkorps hat die Umleitung der Pipeline Line 5 um das Bad-River-Reservat in Wisconsin genehmigt. Enbridge investiert rund 450 Millionen US-Dollar in einen 41-Meilen-Neubau, der einen alternden 20-Meilen-Abschnitt ersetzt. Bauunternehmen Michels Pipeline soll die Strecke errichten.

Doch es gibt ein Aber. Ein Bezirksgericht in Iron County hat einen teilweisen Baustopp verhängt – für vier spezifische Gewässerquerungen. Fehlende Genehmigungen der Umweltbehörde DNR zum Erosionsschutz sind der Grund. Enbridge rechnet damit, die Auflagen im Juni zu erfüllen. Die gesamte Umleitung soll bis Anfang 2027 fertig sein.

Project Beacon für New England

Im Erdgassektor startet Enbridge derweil eine Ausschreibungsphase für „Project Beacon“. Das Vorhaben soll das Algonquin-Gastransportsystem in Neuengland aufrüsten. Ziel: 300 Millionen Kubikfuß zusätzliche Kapazität pro Tag bis 2030. Das Unternehmen verspricht Einsparungen von bis zu 2 Milliarden US-Dollar jährlich für die Region.

Für das erste Quartal 2026 stellt der Konzern ein EBITDA zwischen 20,2 und 20,8 Milliarden kanadischen Dollar in Aussicht. Die Dividende liegt bei 0,97 kanadischen Cent je Aktie – das entspricht einer Rendite von 4,77 Prozent.

Westcoast Connector aufgegeben

Enbridge hat ein weiteres Großprojekt endgültig beerdigt: Die Westcoast-Connector-Gaspipeline im nördlichen British Columbia wird nicht gebaut. Das Umweltzertifikat war bereits 2014 abgelaufen. Das Management betont: Neue Ölpipeline-Projekte an der Westküste wird es nur geben, wenn Politik und Betriebsbedingungen stimmen.

Die bestehende Mainline-Pipeline läuft indes mit 3,2 Millionen Barrel pro Tag auf hohem Niveau. Die Quartalszahlen im Juni werden zeigen, ob sich die Fortschritte auch in den Bilanzen niederschlagen.

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