Wachstum aus eigener Kraft statt aus Übernahmen: Emmi hat im ersten Halbjahr 2026 vor allem mehr Milchprodukte verkauft – nicht mehr Preis durchgesetzt oder zugekauft. Das treibt sowohl Umsatz als auch Marge nach oben und lässt den Luzerner Molkereikonzern seine Jahresprognose leicht anheben.
Umsatz und Ertrag ziehen an
Der Gruppenumsatz stieg im ersten Halbjahr auf 2,32 Milliarden Franken, ein Plus von 2,2 Prozent. Organisch, also bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte, lag das Wachstum bei 3,6 Prozent – und laut Unternehmensangaben vollständig volumengetrieben. Besonders kräftig legten die Schweiz, Chile, Spanien, Brasilien und Mexiko zu.
Das Betriebsergebnis (EBIT) kletterte um 4,8 Prozent auf 152,3 Millionen Franken, die EBIT-Marge verbesserte sich auf 6,6 Prozent von 6,4 Prozent im Vorjahr. Der Reingewinn stieg auf 100,9 Millionen Franken. Belastend wirkten dabei höhere Minderheitsanteile, die auf die bessere Profitabilität der Tochtergesellschaften in Brasilien, Mexiko und Chile zurückgehen.
Auch operativ zeigt sich Emmi robuster als im Vorjahr. Der Geldfluss aus der Betriebstätigkeit sprang auf 202,6 Millionen Franken, die operative Cash Conversion verbesserte sich auf 88 Prozent von 75 Prozent. Die Kapitalrendite (ROIC) stieg auf 7,9 Prozent, der Nettoverschuldungsgrad sank trotz Dividendenzahlung leicht auf 1,73.
Neue Wachstumsplattform, angehobene Prognose
Besonders bemerkenswert: Die vier strategischen Premium-Nischen des Konzerns – nutrition+, Ready-to-drink-Kaffee, Premium-Desserts und Spezialitätenkäse – machen mittlerweile rund 40 Prozent des Gruppenumsatzes aus. nutrition+ hat sich dabei als eigenständige Wachstumsplattform mit zweistelligem organischem Wachstum etabliert.
Die Integration von Emmi Desserts, seit März 2026 unter einer gemeinsamen Marke gebündelt, ist nach Unternehmensangaben weitgehend abgeschlossen – der Fokus verschiebt sich nun auf Synergien und Skalierung.
Auf Basis dieser Dynamik hebt Emmi die Prognose für das organische Umsatzwachstum 2026 auf der Gruppenstufe leicht an, auf 2 bis 3 Prozent nach zuvor 1 bis 3 Prozent.
Auch für die Division Schweiz wird die Erwartung angehoben, auf minus 1 bis plus 1 Prozent. Die Ziele für EBIT (335 bis 355 Millionen Franken) und Reingewinnmarge (4,8 bis 5,3 Prozent) bleiben unverändert.
Emmi selbst dämpft die Erwartungen für die zweite Jahreshälfte allerdings ein Stück weit: Der tiefere Schweizer Milchpreis und der Wegfall eines Einmaleffekts aus dem Vorjahr sollen das Umsatzwachstum im Gesamtjahr um rund 0,8 Prozentpunkte belasten, in der Schweiz um 2,1 Prozentpunkte. Diese Effekte hatten das erste Halbjahr noch gestützt, drehen sich im zweiten Halbjahr aber ins Gegenteil.
Den Jahresumsatz 2026 will Emmi am 27. Januar 2027 veröffentlichen, das Jahresergebnis mit der Prognose für 2027 folgt am 3. März 2027.
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