Ein außerordentlicher Steuerkredit und der Wegfall von US-Importzöllen verschaffen Embraer mehr Luft bei der Profitabilität. Der brasilianische Flugzeugbauer hat seine Gewinnmarge-Prognose für 2026 kräftig nach oben korrigiert — offiziell bestätigt in einer Pflichtmitteilung an die brasilianische Börsenaufsicht CVM.
Warum die Marge plötzlich kräftiger ausfällt
Embraer erwartet für das laufende Jahr nun eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 10,0 und 10,6 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen mit 8,7 bis 9,3 Prozent kalkuliert. Der Sprung in der Zielspanne geht vor allem auf einen einmaligen Steuergutschrift zurück, ergänzt durch die Befreiung von direkten US-Importzöllen im zweiten Halbjahr. Ein kleinerer Teil der Anhebung stammt aus einem verbesserten operativen Ausblick. Indirekte US-Zölle in geringerem Umfang bleiben davon unberührt und belasten das Geschäft weiterhin auf Jahresbasis.
Beim Umsatz und den Auslieferungszielen bleibt Embraer konservativ und hält an der bisherigen Spanne von 8,2 bis 8,5 Milliarden Dollar fest. Auch die Stückzahlen für Business- und Verkehrsflugzeuge bleiben unverändert. Für den freien Cashflow ohne das Elektroflugzeug-Tochterunternehmen Eve zeigt sich das Management deutlich zuversichtlicher: Statt mindestens 200 Millionen Dollar sollen es nun mindestens 400 Millionen Dollar werden.
Das zweite Quartal als Fundament
Die frischen Zahlen für das zweite Quartal untermauern den optimistischeren Ausblick. Der Umsatz kletterte um 23 Prozent auf 2,235 Milliarden Dollar — ein Rekordwert für ein zweites Quartal. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 13,3 Prozent, deutlich über dem Vorjahreswert von 10,5 Prozent. Klammert man den Steuerkredit und die Zollbelastungen aus, wäre die Marge mit 10,6 Prozent immer noch spürbar höher ausgefallen als im Vorjahresquartal.
Der freie Cashflow ohne Eve erreichte im Quartal bereits 401 Millionen Dollar — praktisch das neue Jahresziel in einem einzigen Quartal erreicht. Getragen wurde dieser Wert von starker operativer Leistung und kräftigen Anzahlungen aus dem Verkaufsgeschäft.
Die Kombination aus Sondereffekten und operativer Stärke gibt dem Management Rückenwind für die zweite Jahreshälfte. Ob sich das verbesserte Margenniveau auch ohne die einmaligen Steuer- und Zolleffekte im dritten und vierten Quartal fortsetzt, zeigt sich mit den kommenden Quartalsberichten.
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