Eli Lilly zahlt offenbar mehr als das Zwanzigfache der letzten bekannten Bewertung. Kelonia Therapeutics war im April 2022 noch mit knapp über 100 Millionen Dollar bewertet, hat laut PitchBook-Daten insgesamt nicht mal 60 Millionen Dollar eingesammelt. Jetzt soll der Konzern aus Indianapolis mehr als 2 Milliarden Dollar auf den Tisch legen. Dazu kommen wohl noch Meilensteinzahlungen, falls Kelonia bestimmte Entwicklungsziele erreicht. Das Wall Street Journal berichtete am Sonntag unter Berufung auf eingeweihte Personen, dass eine Einigung schon am Montag verkündet werden könnte.
Was Kelonia eigentlich macht
Kelonia sitzt in Boston und arbeitet an einer neuen Generation von CAR-T-Therapien. Das Prinzip: Immunzellen eines Patienten werden genetisch so umprogrammiert, dass sie Krebszellen erkennen und zerstören. Klingt interessant, ist es auch. Der Knackpunkt bei klassischen CAR-T-Ansätzen ist der Aufwand: Chemotherapie vorab, dann Entnahme der Immunzellen, Modifikation im Labor, Rückinfusion. Kelonia will genau diesen Prozess vereinfachen, die Chemotherapie und die individuelle Herstellung sollen wegfallen.
Ihr Leitprogramm zielt auf Multiples Myelom, eine Form von Blutkrebs. Die FDA hat Anfang des Jahres grünes Licht für Phase-1-Sicherheitstests mit bis zu 40 Teilnehmern gegeben. Frühe Phase also. Sehr frühe Phase.
Eli Lilly & Co Aktie Chart
Lilly kauft, was das Zeug hält
Dass Lilly gerade aggressiv zukauft, ist kein Geheimnis. Im vergangenen Monat einigte sich der Konzern auf die Übernahme von Centessa Pharmaceuticals für rund 6,3 Milliarden Dollar. Davor gab es Orna Therapeutics für bis zu 2,4 Milliarden und Ventyx Biosciences für rund 1,2 Milliarden. Der Cashflow aus den Abnehmspritzen-Franchises macht das möglich, und Lilly nutzt das Fenster konsequent.
Krebsmedikamente sind dabei kein Nebenschauplatz. Zuletzt steuerten sie 9,4 Milliarden Dollar zum Gesamtumsatz von 65,2 Milliarden Dollar bei. Das Blutkrebs-Portfolio umfasst bereits Jaypirca. Kelonia würde da reinpassen, zumindest strategisch.
Zwei Milliarden für Phase 1
Ob der Preis gerechtfertigt ist, wird die Zeit zeigen. Denn Kelonia steckt noch ganz am Anfang. Phase-1-Sicherheitstests bedeuten: Man weiß noch nicht mal, ob das Mittel wirkt, man prüft gerade erst, ob es nicht schadet. Für dieses Stadium zwei Milliarden Dollar hinzulegen, ist ein gewaltiger Vertrauensvorschuss. Lilly wettet darauf, dass die Plattform hält, was CEO Kevin Friedman versprochen hat: die Behandlungslandschaft bei Blutkrebs grundlegend zu verändern.
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