Eli Lilly legt im Wettlauf gegen Novo Nordisk neue Vergleichsdaten vor. Eine indirekte Studienauswertung zeigt: Zepbound erzielt bei Übergewichtigen mehr Gewichtsverlust als die hochdosierte Wegovy-Variante des Konkurrenten. Für Anleger ist das mehr als eine Randnotiz im Diabetes-Segment — es geht um die Vorherrschaft im milliardenschweren Adipositas-Markt.
Deutlicher Vorsprung bei hohen Dosen
Die Analyse, präsentiert auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes in Mailand, vergleicht Zepbound in den Dosierungen 10 und 15 Milligramm mit Wegovy HD, der 7,2-Milligramm-Variante von Semaglutid. Bei der höheren Zepbound-Dosis lag der Gewichtsverlust nach 72 Wochen um 4,5 Prozentpunkte über dem von Wegovy HD. Die niedrigere Dosis kam auf einen Vorteil von 3,2 Prozentpunkten.
Besonders auffällig: Patienten unter der 15-Milligramm-Dosis hatten mehr als die dreifache Chance, mindestens 20 Prozent ihres Körpergewichts zu verlieren, verglichen mit Wegovy HD.
Da kein direkter Kopf-an-Kopf-Vergleich zwischen Tirzepatide 15 Milligramm und Semaglutid 7,2 Milligramm existiert, stützt sich die Auswertung auf eine statistische Modellierung von Daten aus den Studien SURMOUNT-1 und STEP UP. Die Ergebnisse ergänzen die bereits vorliegende SURMOUNT-5-Studie, in der Zepbound direkt gegen niedrigere Wegovy-Dosen antrat und ebenfalls überlegen war.
Zweite Front: Foundayo gegen orales Semaglutid
Parallel meldete Lilly Fortschritte für Foundayo, das oral einzunehmende GLP-1-Präparat mit dem Wirkstoff Orforglipron. In einer weiteren indirekten Vergleichsstudie schnitt die 17,2-Milligramm-Dosis von Foundayo bei Diabetes-Patienten sowohl bei der Blutzuckerkontrolle als auch beim Gewichtsverlust besser ab als orales Semaglutid in der 25-Milligramm-Dosierung. Die Grundlage bildet ein Vergleich von Daten aus Lillys ACHIEVE-Studienprogramm mit publizierten Ergebnissen zu oralem Semaglutid.
Foundayo ist bereits als Tablette für Adipositas und Gewichtsmanagement zugelassen, eine Zulassung für Typ-2-Diabetes wird derzeit geprüft. Die Tablettenform gilt als potenzieller Wachstumstreiber, weil sie im Vergleich zu Injektionspräparaten wie Zepbound eine niedrigere Einstiegshürde für Patienten bietet.
Was die Daten wert sind
Indirekte Vergleiche ersetzen keine direkte Studie mit Kopf-an-Kopf-Design — bei einigen Endpunkten verfehlten die Zepbound-Vorteile gegenüber Wegovy HD die statistische Signifikanz.
Trotzdem liefern die Auswertungen genau das Argument, das Ärzte bei der Therapiewahl zwischen den beiden dominanten Anbietern suchen. Für Lilly zählt jeder zusätzliche Datenpunkt, der die eigene Produktpalette gegenüber Novo Nordisk positioniert — sowohl im Spritzen- als auch im Tablettensegment.
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