Der US-Pharmakonzern Eli Lilly setzt seinen massiven Expansionskurs im laufenden Jahr unvermindert fort. Während das Unternehmen am morgigen Donnerstag die Quartalsdividende an seine Aktionäre ausschüttet, unterstreichen Medienberichte vom vergangenen Samstag die enorme Schlagkraft des Konzerns bei Akquisitionen.
Mit insgesamt 13 Übernahmen im bisherigen Jahresverlauf hat Eli Lilly rund 32 Milliarden US-Dollar investiert, um seine Marktposition und die klinische Pipeline nachhaltig zu stärken.
Massive Akquisitionswelle im laufenden Jahr
Die Strategie des Konzerns zielt darauf ab, überschüssiges Kapital direkt in zukunftsträchtige Biotechnologie-Unternehmen zu reinvestieren. Laut Medienberichten flossen die Investitionen von bisher 32 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 an mindestens 50 verschiedene Biotech-Venture-Investoren zurück. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die kürzlich angekündigte Übernahme von Merida Biosciences für bis zu 2,88 Milliarden US-Dollar in bar.
Mit diesem Zukauf stärkt Eli Lilly sein Portfolio im Bereich der Immunologie. Merida Biosciences entwickelt eine neue Klasse von Präzisionstherapeutika, die selektiv Antikörper angreifen, welche für verschiedene immunbedingte Erkrankungen verantwortlich sind.
Der führende Medikamentenkandidat des Unternehmens, MER511, befindet sich in einem frühen Entwicklungsstadium für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie der Basedow-Krankheit und der endokrinen Orbitopathie. Der Abschluss dieser Transaktion wird für das vierte Quartal erwartet.
Erfolge in der klinischen Forschung und angehobene Prognose
Parallel zu den Zukäufen liefert die eigene Forschung vielversprechende Ergebnisse. Ende August veröffentlichte Eli Lilly Daten aus den Phase-3b-Studien TOGETHER-PsO und TOGETHER-PsA. Diese untersuchten die kombinierte Anwendung der Medikamente Taltz und Zepbound bei Erwachsenen mit Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis, die gleichzeitig an Adipositas leiden.
In der TOGETHER-PsO-Studie erreichten 30,6 % der Patienten nach 52 Wochen den primären Endpunkt – eine vollständige Hautaufhellung sowie einen Gewichtsverlust von mindestens 10 %. Bei der alleinigen Behandlung mit Taltz lag dieser Wert lediglich bei 4,4 %.
Noch deutlicher fielen die Ergebnisse in der TOGETHER-PsA-Studie aus: Hier erzielten 39,2 % der Probanden in der Kombinationsgruppe den primären Erfolg, verglichen mit nur 1,7 % unter Monotherapie. Diese klinischen Fortschritte stützen die wirtschaftliche Stärke des Unternehmens.
Bereits Anfang August hatte Eli Lilly nach einem starken zweiten Quartal seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben und erwartet nun Erlöse zwischen 85 und 87 Milliarden US-Dollar.
Marktreaktion und Analysten-Einschätzung
Trotz der positiven operativen Nachrichten konsolidiert der Aktienkurs derzeit auf hohem Niveau. Das Papier notiert aktuell bei 961,50 € und verzeichnete am heutigen Mittwoch eine leichte Veränderung von -0,2 %. Damit liegt der Kurs etwa 13 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.108,20 €, behauptet sich jedoch mit einem Abstand von 4,7 % weiterhin über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.
Analysten bewerten die Aussichten des Konzerns weiterhin positiv. Die Experten von JPMorgan Chase veröffentlichten am Donnerstag der vergangenen Woche eine optimistische Einschätzung zur Aktie.
Auch auf Seiten der Unternehmensführung gab es im August Bewegung: Mehrere Führungskräfte, darunter Executive Vice President Patrik Jonsson und Anat Hakim, veräußerten im Rahmen von zuvor festgelegten Handelsplänen Aktienpakete.
Am morgigen 10. September erfolgt die Auszahlung der Dividende in Höhe von 1,73 US-Dollar je Aktie an die zum Stichtag 14. August eingetragenen Aktionäre. Am kommenden Montag wird das Management zudem auf einer Gesundheitskonferenz von Morgan Stanley weitere Einblicke in die Strategie geben.
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