Neue Dokumente werfen ein Schlaglicht auf die Preisabkommen der US-Pharmaindustrie mit der Regierung in Washington. Über eine Klage nach dem Freedom of Information Act sind Vertragsunterlagen öffentlich geworden, die auch Eli Lilly betreffen. Klarheit bringen sie allerdings nur teilweise.
Was in den Dokumenten steht — und was nicht
Im Zentrum der Veröffentlichung steht eigentlich Pfizer. Der Konzern hat sich im Rahmen einer „Meistbegünstigungs“-Vereinbarung mit dem US-Gesundheitsministerium HHS verpflichtet, einen Teil der Mehreinnahmen aus höheren Medikamentenpreisen im Ausland an die US-Behörde abzugeben. Die Regelung gilt für bereits am Markt befindliche Präparate und läuft vom 1. Januar 2026 bis zum 20. Januar 2029.
Wie hoch der abzuführende Anteil ausfällt, welche Medikamente betroffen sind und welche weiteren Bedingungen gelten, ist in den veröffentlichten Unterlagen geschwärzt. Genau das gilt auch für die parallel freigegebenen Dokumente zu Eli Lilly.
Ob der Konzern ähnlichen Umsatzbeteiligungen zugestimmt hat wie Pfizer, lässt sich aus dem vorliegenden Material nicht ablesen. Mehr als zwei Dutzend weitere Vereinbarungen mit anderen Herstellern bleiben komplett unter Verschluss.
Das Weiße Haus begründet die Konstruktion damit, dass zusätzliche Einnahmen aus höheren Auslandspreisen amerikanischen Patienten zugutekommen sollen, statt bei den Herstellern zu verbleiben. Laut Vertragstext sollen die an das HHS fließenden Mittel dazu dienen, Kosten für US-Patienten und Steuerzahler zu senken — wie genau die Verteilung erfolgen soll, bleibt offen.
Handelspolitik als zweite Ebene
Die Preisabkommen sind Teil einer größeren handelspolitischen Linie. Zwischen den USA und Großbritannien besteht bereits seit Dezember eine Vereinbarung, die zollfreie Medikamentenimporte im Austausch gegen niedrigere Rabatte an den britischen Gesundheitsdienst NHS vorsieht. Die britische Regierung will im Gegenzug ihre Arzneimittelausgaben um 25 Prozent erhöhen.
Für Eli Lilly bleibt die zentrale Frage, in welchem Umfang der Konzern selbst zu Umsatzbeteiligungen mit dem HHS verpflichtet ist. Solange die entsprechenden Vertragspassagen geschwärzt bleiben, lässt sich das Ausmaß der finanziellen Verpflichtung nicht beziffern.
Eli Lilly-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eli Lilly-Analyse vom 20. September liefert die Antwort:
Die neusten Eli Lilly-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eli Lilly-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
