Eli Lilly-Aktie: Milliarden-Wette auf Gen-Schere per KI!

Der Pharmakonzern investiert bis zu 2,25 Milliarden Dollar in KI-Enzyme zur DNA-Reparatur. Die Technologie könnte bislang unlösbare Erbkrankheiten adressieren.

Auf einen Blick:
  • Eli Lilly und Profluent vereinbaren Forschungskooperation im Bereich Gentherapie
  • Bis zu 2,25 Milliarden Dollar in Meilensteinzahlungen plus Umsatzbeteiligungen
  • Profluent nutzt KI, um maßgeschneiderte Rekombinasen für präzise DNA-Editierung zu entwickeln
  • Lilly erhält exklusive Lizenz zur klinischen Entwicklung und Vermarktung

Die Gentherapie hat ein fundamentales Problem, das seit Jahren keiner so richtig gelöst bekommt: Viele genetische Erkrankungen entstehen nicht durch eine einzelne Mutation, sondern durch Dutzende verschiedene Varianten, verteilt über eine ganze Patientenpopulation. Wer da eine Therapie entwickeln will, die für alle funktioniert, braucht kein Skalpell, sondern eine komplett neue Werkzeugkiste.

Die heilige Graal der Genmedizin

Eli Lilly hat nun offenbar entschieden, dass diese Werkzeugkiste aus einer KI kommen soll. Der Pharmariese aus Indiana hat eine Forschungskooperation mit dem Biotech-Startup Profluent aus Emeryville, Kalifornien, bekanntgegeben. Das Volumen: bis zu 2,25 Milliarden Dollar in Meilensteinzahlungen, dazu gestaffelte Umsatzbeteiligungen. Obendrauf gibt es eine Vorauszahlung und zugesagte Forschungsgelder für Profluent.

Was Profluent macht, klingt zunächst nach Grundlagenforschung, ist aber durchaus konkret. Das Unternehmen trainiert KI-Modelle auf dem nach eigenen Angaben weltweit größten Proteindatensatz und nutzt diese Modelle, um sogenannte Rekombinasen zu entwerfen. Das sind Enzyme, die DNA an exakt definierten Stellen schneiden und ersetzen können, und zwar in einem Maßstab von Kilobasen, also ganzen Genabschnitten, nicht nur einzelnen Buchstaben im genetischen Code.

KI statt Zufallsfund aus der Natur

Der klassische Ansatz in der Gentherapie: Man sucht in der Natur nach Enzymen, die zufällig an der gewünschten Stelle im Genom andocken. Das ist aufwendig, oft erfolglos und skaliert schlecht. Profluent dreht das Prinzip um. CEO Ali Madani formulierte es so: „Kilobasen-skalierte DNA-Editierung ist der heilige Gral der Genmedizin. Unsere Arbeit mit Lilly zielt darauf ab, Therapien zu ermöglichen, die bislang als unmöglich galten.“

Lilly erhält im Rahmen der Vereinbarung eine exklusive Lizenz, die ausgewählten Rekombinasen durch In-vivo-Studien, präklinische und klinische Entwicklung bis zur Marktreife zu bringen. Profluent bleibt auf der Forschungsseite, Lilly übernimmt alles danach.

Eli Lilly & Co. Aktie Chart

2,25 Milliarden, aber noch kein Produkt

Zur Einordnung: Die 2,25 Milliarden Dollar sind ein Maximalwert, der nur dann vollständig fließt, wenn sämtliche Entwicklungs- und Vermarktungsmeilensteine erreicht werden. Wie weit die Rekombinasen aktuell in der Entwicklung sind, wie viele Programme konkret laufen und wann erste klinische Daten zu erwarten sind, hat keines der beiden Unternehmen kommuniziert. Das ist bei solchen Frühphasen-Kooperationen zwar üblich, ändert aber nichts daran, dass zwischen Pressemitteilung und Patientennutzen noch ein langer Weg liegt.

Für Lilly ist das dennoch eine logische Erweiterung der Strategie. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren massiv in neue Therapiefelder investiert, der Erfolg mit GLP-1-Wirkstoffen hat die Kasse gefüllt und den Appetit auf weitere Plattformtechnologien geweckt. Ob KI-designed Rekombinasen das nächste große Ding werden, weiß heute niemand. Aber 2,25 Milliarden sagen zumindest, dass Lilly daran glaubt.

Eli Lilly-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eli Lilly-Analyse vom 28. April liefert die Antwort:

Die neusten Eli Lilly-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eli Lilly-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Eli Lilly: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)