Eli Lilly Aktie: JPMorgan traut 1.400 Dollar zu

Symbolbild, KI-generiert

Eli Lilly gewinnt im US-Markt Anteile und steigert den Umsatz. JPMorgan sieht weiteres Potenzial, während Novo Nordisk unter Druck gerät.

Auf einen Blick:
  • Lilly erreicht 60,9 Prozent Marktanteil
  • Quartalsumsatz steigt um 48 Prozent
  • JPMorgan erwartet 1.400 Dollar Kursziel
  • Novo Nordisk bleibt hinter Lilly

Im Kampf um den Abnehmmarkt zieht Eli Lilly an Novo Nordisk vorbei – und JPMorgan schraubt seine Erwartungen deutlich nach oben. Analyst Chris Schott bestätigte das Overweight-Votum und hob das Kursziel bis Dezember 2026 auf 1.400 Dollar an. Der Konzern dominiert inzwischen den US-Markt für Adipositas- und Diabetesmedikamente so klar, dass die Konkurrenz kaum noch mithalten kann.

Marktanteile verschieben sich deutlich

Im zweiten Quartal 2026 kam Lilly im US-Markt für Adipositas und Diabetes auf einen Marktanteil von 60,9 Prozent. Novo Nordisk fiel auf 38,8 Prozent zurück. Der Quartalsumsatz von Lilly kletterte um 48 Prozent auf knapp 23 Milliarden Dollar, die Jahresprognose wurde entsprechend angehoben.

Novo Nordisk zieht zwar ebenfalls die eigene Prognose nach oben, rechnet aber weiterhin nur mit einem Umsatzwachstum zwischen null und minus sechs Prozent bei konstanten Wechselkursen. Die Wegovy-Pille blieb im US-Markt zudem leicht unter den Erwartungen. Berichten zufolge hat der dänische Konzern im Juli rechtliche Schritte gegen Werbekampagnen von Eli Lilly eingeleitet – eine Bestätigung dazu steht aus, Lilly weist die Vorwürfe zurück.

JPMorgan sieht Wachstum bis weit ins nächste Jahrzehnt

Die Bank hat ihre Umsatzprognose für 2027 auf 105,67 Milliarden Dollar angehoben, das bereinigte Ergebnis je Aktie soll auf 50,99 Dollar steigen. Für die Inkretin-Präparate Zepbound, Mounjaro und das orale GLP-1-Mittel Foundayo rechnet JPMorgan 2026 mit einem kombinierten Umsatz von mehr als 62 Milliarden Dollar.

Bis 2030 soll dieser Wert auf über 100 Milliarden Dollar wachsen – getragen von stärkerer Medicare-Durchdringung und direktem Verbraucherzugang in den USA.

Langfristiges Potenzial sehen die Analysten zusätzlich in den Pipeline-Kandidaten Retatrutid, dessen Marktstart für Ende 2027 erwartet wird, sowie Eloralintid für unterschiedliche Patientengruppen. Als Risiken nennt JPMorgan schwächeres Wachstum im Diabetes- und Adipositasgeschäft, zunehmenden Wettbewerb sowie eine strengere US-Preisregulierung im Rahmen des Inflation Reduction Act.

Der Analystenkonsens aus 20 erfassten Häusern liegt bei StrongBuy, das mittlere Kursziel bei 1.396,61 Dollar innerhalb einer Spanne von 1.220 bis 1.600 Dollar. 18 der 20 Stimmen votieren mit Buy, zwei mit Hold.

Parallel zur wachsenden Marktdominanz rückt auch die Verschreibungspraxis in den Fokus: Eine aktuelle Studie zeigt, dass GLP-1-Präparate zunehmend auch bei Kindern unter zwölf Jahren mit schwerer Adipositas eingesetzt werden, darunter neben Novo-Produkten auch Lillys Zepbound – ein Trend, der die regulatorische Debatte um die Medikamentenklasse zusätzlich befeuern dürfte.

Am 29. Oktober legt Eli Lilly Zahlen zum dritten Quartal vor. Bis dahin dürfte der Rechtsstreit mit Novo Nordisk ebenso im Blick der Anleger bleiben wie der Fortschritt bei Retatrutid und Eloralintid.

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