Eli Lilly hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für Onswik erhalten, ein Basalinsulin, das Typ-2-Diabetiker nur noch einmal pro Woche spritzen müssen. Statt 365 Injektionen im Jahr braucht es künftig nur noch 52 — ein Unterschied, der im Alltag chronisch kranker Patienten spürbar sein dürfte.
Das Präparat richtet sich an Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und soll den Blutzucker über den vollen Sieben-Tage-Zyklus stabil halten. Die Zulassung stützt sich auf die QWINT-Studienreihe, in der mehr als 3.400 Patienten getestet wurden.
In allen vier Phase-3-Studien erreichte Onswik das Hauptziel: eine Reduktion des Langzeitblutzuckerwerts HbA1c, die mit den etablierten Insulinen Glargin und Degludec vergleichbar war, bei ähnlichem Sicherheitsprofil.
Vierte Zulassung weltweit
Die USA sind nicht das erste Land, das grünes Licht gibt. Onswik ist zuvor bereits von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA, der mexikanischen COFEPRIS und der japanischen PMDA zugelassen worden. Die FDA-Freigabe komplettiert damit die Zulassung in den wichtigsten Pharmamärkten.
Verfügbar sein wird das Präparat unter dem Namen Onswik KwikPen in den kommenden Monaten in zwei Konzentrationen — 500 und 1.000 Einheiten pro Milliliter. Damit erweitert Lilly sein bestehendes Typ-2-Diabetes-Portfolio, das bereits Insuline, Inkretine sowie orale und injizierbare Medikamente umfasst, um eine weitere Therapieoption.
Relevanz für ein Milliardenmarkt
Der Zeitpunkt der Zulassung trifft auf einen wachsenden Bedarf: Einer von acht Amerikanern lebt mit Diabetes, die überwiegende Mehrheit mit der Typ-2-Form. Weltweit werden bis 2030 mehr als 510 Millionen Diabetes-Fälle erwartet, davon sollen 38 Millionen Patienten auf Insulin angewiesen sein.
Ein Produkt, das die Injektionslast drastisch senkt, könnte gerade bei insulin-naiven Patienten die Therapietreue verbessern — ein Faktor, der in der Diabetesbehandlung häufig über den Behandlungserfolg entscheidet.
Für Lilly ist Onswik ein weiterer Baustein in einem ohnehin breiten Diabetes- und Stoffwechselgeschäft, das zuletzt maßgeblich vom Erfolg der GLP-1-Präparate getragen wurde. Mit der Markteinführung in den kommenden Monaten zeigt sich, ob das wöchentliche Dosierschema bei Ärzten und Patienten tatsächlich die erhoffte Akzeptanz findet.
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