Eli Lilly Aktie: Foundayo holt auf

Symbolbild, KI-generiert

Eli Lilly steigert Foundayo-Rezepte in den USA und baut für 6,5 Milliarden Dollar eine neue Wirkstofffabrik in Houston.

Auf einen Blick:
  • Foundayo erreicht ein Drittel neuer Rezepte
  • Lilly meldet 98 Millionen Dollar Umsatz
  • Houston erhält 6,5-Milliarden-Dollar-Produktionsstätte
  • Medicare-Rezepte stärken Lillys Abnehmportfolio

Jedes dritte neue Rezept für orale Abnehmmittel in den USA entfällt inzwischen auf Foundayo. Das sagte Konzernchef Dave Ricks beim Spatenstich für ein neues Werk in Houston. Noch Anfang August lag der Anteil der Pille an den Neustarts bei etwa einem Viertel — der Trend zeigt klar nach oben.

Die Zahlen untermauern die Dynamik. Im zweiten Quartal, dem ersten vollen Verkaufsquartal nach dem US-Start im April, setzte Lilly mit Foundayo 98 Millionen Dollar um. Novo Nordisk, bereits seit Januar mit der Konkurrenzpille Wegovy am Markt, kam im selben Zeitraum auf knapp 500 Millionen Dollar. Der Abstand bleibt also groß, schließt sich aber Woche für Woche.

Houston wird zur Produktionsbasis

Der Auftritt in Houston war mehr als ein Termin für Fototermine. Lilly hat dort offiziell den Bau einer neuen Fertigungsstätte begonnen, die ab 2030 Wirkstoffe für Foundayo und weitere niedermolekulare Medikamente liefern soll. Die Investition beläuft sich auf 6,5 Milliarden Dollar, mehr als 600 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Houston ist bereits die fünfte von Lilly angekündigte US-Fertigungsstätte für Wirkstoffe seit 2020, insgesamt die zehnte Produktionsstätte im Land. Das Unternehmen unterlegt damit sein Versprechen, verstärkt in den USA zu produzieren und von dort aus auch international zu exportieren. Foundayo selbst durchläuft aktuell die Zulassungsprüfung in mehr als 40 Ländern, ein globaler Rollout ist für 2027 geplant.

Medicare als zusätzlicher Rückenwind

Ein weiterer Wachstumstreiber kommt aus unerwarteter Richtung. Seit dem 1. Juli haben rund 700.000 Medicare-Versicherte ein GLP-1-Rezept erhalten, etwa 70 Prozent davon für ein Lilly-Präparat. Das erweitert die Zielgruppe deutlich über die bisherige Kernklientel hinaus und stützt auch die etablierte Spritze Zepbound, die im zweiten Quartal in den USA bereits 4,9 Milliarden Dollar umsetzte.

Die Aktie schloss zuletzt bei 1.165 Dollar, ein moderates Plus. Der erste Widerstand liegt an der 50-Tage-Linie bei 1.177 Dollar, nach unten stützt das Septembertief bei 1.116 Dollar. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt, auch wenn die Bewertung angesichts der hohen Erwartungen ambitioniert bleibt.

Der nächste wichtige Termin steht bereits fest: Am 29. Oktober legt Lilly vor US-Börsenbeginn seine Quartalszahlen vor. Dann zeigt sich, ob sich das Foundayo-Momentum auch in den Konzernzahlen weiter beschleunigt.

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