Bei Eli Lilly überzeugt das jüngste Zahlenwerk auf ganzer Linie, getragen von der anhaltend starken Nachfrage nach den Abnehm- und Diabetesmedikamenten. Der weltweit wertvollste Pharmakonzern meldete für das zweite Quartal einen bereinigten Gewinn von 8,38 Dollar je Aktie, deutlich über der Konsensschätzung von 6,01 Dollar. Der Umsatz kletterte um 48 Prozent auf knapp 23 Milliarden Dollar, während die Wall Street lediglich 20,7 Milliarden Dollar erwartet hatte.
Die GLP-1-Familie als Wachstumsmotor
Herzstück des Erfolgs bleibt das Portfolio der sogenannten GLP-1-Medikamente, einer Wirkstoffklasse, die den Appetit zügelt und den Blutzucker reguliert. Der Umsatz mit dem Diabetesmittel Mounjaro verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr nahezu auf 9,9 Milliarden Dollar und übertraf damit die erwarteten 8,8 Milliarden Dollar.
Das Abnehmpräparat Zepbound, das denselben Wirkstoff Tirzepatid enthält, brachte 4,93 Milliarden Dollar ein. Erfreulich für Investoren ist, dass die höheren Umsätze weitgehend bis in den Gewinn durchschlugen. Der Nettogewinn erreichte 7,1 Milliarden Dollar und lag damit klar über der Schätzung von 5,4 Milliarden Dollar.
Die eine offene Frage: Foundayo
Über dem ansonsten makellosen Bericht schwebte allerdings eine Frage. Die im April eingeführte Abnehmpille Foundayo generierte in ihrem ersten vollen Quartal 98 Millionen Dollar Umsatz. Diese Zahl lag zwar am oberen Ende der allgemeinen Erwartungen, verfehlte aber die Konsensschätzung von 103 Millionen Dollar.
Manche Anleger dürften enttäuscht sein, dass Foundayo nicht so durchstartet wie das konkurrierende orale Präparat eines Wettbewerbers, dessen Pille zu den stärksten und schnellsten Markteinführungen der Pharmageschichte zählt. Fachleute erwarten jedoch, dass die Verkäufe in der zweiten Jahreshälfte anziehen, sobald die Kostenübernahme durch Medicare und die Direktwerbung greifen. Für das Gesamtjahr 2026 rechnen Experten mit Erlösen zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Dollar.
Eli Lilly Aktie Chart
Breite Aufstellung und aggressive Zukäufe
Eli Lilly ist längst mehr als ein Abnehmspezialist. Das Portfolio reicht von Immunologie über Onkologie bis Neurowissenschaft und wurde zuletzt durch mehrere Übernahmen gestärkt. Im Quartal schloss der Konzern vier größere Zukäufe ab. Die Jahresprognose beim Umsatz wurde auf 85 bis 87 Milliarden Dollar angehoben.
Für die Aktie überwiegen die Chancen einer diversifizierten und profitablen Pipeline. Das entscheidende Risiko bleibt die Frage, ob Foundayo den hohen Erwartungen langfristig gerecht wird.
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