Der US-Pharmakonzern Eli Lilly steht im Fokus der Alzheimer’s Association International Conference (AAIC) 2026, die vom 12. bis zum 15. Juli in London stattfindet. Das Unternehmen stellt dort insgesamt 16 Abstracts vor, die sich maßgeblich mit klinischen Fortschritten bei der Therapie Kisunla (Donanemab) sowie mit neuen diagnostischen Verfahren befassen. Damit unterstreicht der Konzern seine Bestrebungen, die Versorgung der schätzungsweise 7,4 Millionen US-Bürger ab 65 Jahren, die von der Alzheimer-Krankheit betroffen sind, zu verbessern.
Neue klinische Daten zu Kisunla und Bluttest-Diagnostik
Im Zentrum der Präsentationen stehen neue Erkenntnisse aus den Studien TRAILBLAZER-ALZ 6 und der Langzeitverlängerung von TRAILBLAZER-ALZ 2. Dabei werden insbesondere modifizierte Titrationsschemata und der Einsatz einer Kortikosteroid-Prämedikation untersucht, um die Sicherheit und Wirksamkeit des Wirkstoffs Donanemab weiter zu optimieren. Ergänzend dazu liefert Lilly Daten zum pTau217-Bluttest, der gemeinsam mit Roche entwickelt wurde. Dieser Test erhielt bereits am 12. Mai 2026 die CE-Kennzeichnung unter der IVDR-Verordnung und ist seit Juli 2026 in der Europäischen Union sowie in der Schweiz verfügbar.
Die Validierung des Elecsys pTau217-Tests an 7.252 Proben zeigt eine hohe diagnostische Genauigkeit. Bei kognitiv beeinträchtigten Personen erreichte der Test eine Sensitivität von 98,98 %, bei unbeeinträchtigten Personen 95,54 %. Der Test ist darauf ausgelegt, eine Amyloid-Pathologie im Gehirn mit einer Präzision von über 90 % zu bestätigen oder auszuschließen, was eine kostengünstige Alternative zu PET-Scans darstellt. Die Kosten für den Test werden derzeit auf 100 bis 150 € beziffert, wobei gesetzliche Krankenkassen in Deutschland die Kosten bislang nicht übernehmen.
Expansion im Bereich Adipositas und starke Quartalszahlen
Parallel zur Alzheimer-Forschung treibt Eli Lilly sein Portfolio bei GLP-1-Rezeptor-Agonisten voran. Am 1. Juli 2026 startete in den USA das „Medicare GLP-1 Bridge“-Programm. Dieses ermöglicht berechtigten Patienten einen Zugang zu Medikamenten wie Zepbound und der oralen Variante Foundayo (Orforglipron) gegen eine Zuzahlung von 50 $ pro Monat. Foundayo hat kürzlich die FDA-Zulassung erhalten, wobei Analysten von RBC Capital ein Spitzenumsatzpotenzial von bis zu 36 Milliarden $ prognostizieren.
Die wirtschaftliche Dynamik spiegelt sich in den Zahlen für das erste Quartal 2026 wider. Eli Lilly steigerte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 56 % auf 19,8 Milliarden $. Besonders die Präparate Mounjaro mit 8,7 Milliarden $ (+125 %) und Zepbound mit 4,2 Milliarden $ (+80 %) erwiesen sich als Wachstumstreiber. Für das Gesamtjahr 2026 gab das Management eine Umsatzprognose in einer Spanne von 80 bis 83 Milliarden $ aus. Zudem erhielt der Konzern im Juli eine Vorauszahlung in Höhe von 112,9 Milliarden Won von Hanmi Pharmaceutical für den Wirkstoff Sonepaglutide.
Marktposition und Analysteneinschätzungen
Die Aktie von Eli Lilly beendete den Handel am Freitag bei 1.044,80 €, was einem Tagesverlust von 1,86 % entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Schwäche weist das Papier seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 13,33 % auf. Gegenüber dem Stand vor zwölf Monaten liegt der Kurs sogar um 54,58 % höher. Aktuell notiert der Wert mit einem Abstand von -4,58 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.095,00 €, das am 29. Juni 2026 markiert wurde. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 928,27 Milliarden €.
Analysten bewerten die Perspektiven des Konzerns weiterhin optimistisch. JPMorgan hob das Kursziel jüngst auf 1.400 $ an, während RBC Capital Markets ein Ziel von 1.500 $ formuliert. Truist stuft den Wert mit einem Kursziel von 1.370 $ ein. Die Experten verweisen dabei nicht nur auf die starke Marktstellung bei Diabetes- und Adipositas-Therapien, sondern auch auf die KI-gestützte Wirkstoffsuche in Kooperation mit Nvidia, die langfristig ein erhebliches Umsatzpotenzial eröffnen könnte.
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