Elektro-GTI, Robotaxi-Ärger, China-Milliarden — fünf Auto-Aktien im Stresstest

Die Autobranche zeigt Kontraste: VW enthüllt den ID. Polo GTI, Tesla kämpft mit Robotaxi-Problemen und Stellantis investiert Milliarden in China.

Auf einen Blick:
  • VW präsentiert elektrischen ID. Polo GTI
  • Tesla droht juristisches Ungemach in Australien
  • Stellantis investiert 1,2 Milliarden in China
  • Schaeffler überrascht mit starkem Kursplus

Volkswagen feiert am Nürburgring eine halbe Ewigkeit GTI-Geschichte — und stellt nebenbei das erste vollelektrische Modell mit dem legendären Kürzel vor. Zur gleichen Zeit droht Tesla in Australien juristisches Ungemach wegen seines Robotaxi-Programms, während Stellantis mit einem Milliarden-Deal in China ein Comeback wagt. Eine Woche voller Kontraste in der Autobranche.

Volkswagen: Der elektrische GTI betritt die Bühne

Zum 50. Geburtstag der GTI-Marke hat Volkswagen beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring den ID. Polo GTI enthüllt. 166 kW Leistung, 6,8 Sekunden auf 100 km/h — das vollelektrische Kompaktsportmodell soll im Herbst 2026 zu Preisen knapp unter 39.000 Euro auf den Markt kommen. Mindestens ebenso wichtig: Der Basis-ID.-Polo startet bei 25.000 Euro und sendet damit ein Signal in Richtung bezahlbare Elektromobilität.

Hinter den Kulissen kämpft der Konzern weiter mit seinem Überkapazitätsproblem. Das Dresdner Werk wurde bereits Ende 2025 geschlossen — die erste Produktionsstätte in Deutschland, die VW in 88 Jahren Unternehmensgeschichte dichtgemacht hat. Bis 2030 soll die jährliche Kapazität um rund 750.000 Fahrzeuge sinken. Werksschließungen bleiben laut Restrukturierungsvereinbarung von 2024 tabu. Die Arbeitnehmervertreter halten an dieser roten Linie fest, zeigen sich aber offen für alternative Nutzungskonzepte — etwa Rüstungskooperationen oder chinesische Partnerschaften.

Die jüngsten Quartalszahlen enttäuschten: Der Umsatz lag mit 75,66 Milliarden Euro unter der Konsensschätzung von 78,26 Milliarden, der Gewinn je Aktie verfehlte die Erwartungen um knapp 26 %. J.P. Morgan stuft die Aktie aktuell mit „Hold“ ein. Bei einem Kurs von 87,56 Euro notiert VW seit Jahresbeginn rund 17 % im Minus.

Tesla: Australiens Justiz macht Druck, Robotaxi-Skalierung stockt

Ein australischer Bundesrichter hat Tesla ungewöhnlich deutlich gewarnt: Sollte der Konzern bei einer laufenden Sammelklage nicht angemessen kooperieren, drohe ihm „a really bad time“. Richter Tom Thawley bezeichnete den Umfang der offengelegten Dokumente als „gobsmacking“ und ordnete an, die vollständige Offenlegung bis Ende Juli abzuschließen.

Parallel dazu hat Tesla sämtliche 17 Unfallberichte seines autonomen Fahrsystems (ADS) bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA entschwärzt. Die Vorfälle erstrecken sich über den gesamten Robotaxi-Testbetrieb in Austin von Juli 2025 bis März 2026. Alle involvierten Fahrzeuge waren 2026er Model Y mit aktiviertem ADS und Sicherheitsfahrer an Bord. Das Verletzungsbild fällt überwiegend mild aus:

  • 13 Vorfälle mit reinem Sachschaden
  • 2 ohne gemeldete Verletzungen
  • 1 leichte Verletzung ohne Krankenhausaufenthalt
  • 1 leichte Verletzung mit Krankenhausaufenthalt

Die operative Realität bleibt ernüchternd. In Austin sind 50 Tesla-Robotaxis unterwegs — Waymo operiert dort mit mehr als 250 Fahrzeugen und liefert wöchentlich über 500.000 bezahlte Fahrten in zehn US-Städten, vollständig fahrerlos und rund um die Uhr. Elon Musks Prognose vom vergangenen Juli, bis Ende 2025 die Hälfte der US-Bevölkerung zu bedienen, wurde im Q1-Call auf „rund ein Dutzend Bundesstaaten“ bis Ende 2026 zusammengestrichen. Auch die geplante Expansion auf fünf Städte wurde verschoben.

Die Tesla-Aktie gab am Freitag über 5 % ab und schloss bei 363,40 Euro. Die Bandbreite der Analystenziele illustriert die Polarisierung: Wedbush sieht 600 Dollar als Kursziel, GLJ Research hält 24,86 Dollar für angemessen. Der Konsens von 29 Analysten liegt bei „Buy“ mit einem durchschnittlichen Zielkurs von 405,47 Dollar.

Schaeffler: Stiller Gewinner nach Q1-Überraschung

Während die großen OEMs die Schlagzeilen dominieren, hat Schaeffler in den vergangenen Wochen leise an Boden gutgemacht. Die Aktie legte auf Sieben-Tage-Sicht über 16 % zu und notiert bei 11,00 USD — nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch. Der Jahresrückblick zeigt die Dimension der Erholung: Vom Tief bei 7,72 Dollar im März kletterte der Kurs um mehr als 40 %.

Treiber war ein solides erstes Quartal. Die Erlöse lagen bei 5.764 Millionen Euro, der Nettogewinn bei 60 Millionen Euro. Zwar fielen beide Werte etwas niedriger aus als im Vorjahreszeitraum, doch insbesondere die Segmente Industrie und E-Mobilität zeigten leichtes Wachstum. Die Integration der Vitesco-Übernahme beginnt Synergien zu liefern — im Bereich Hybrid-Antriebe überzeugt das Auftrags-zu-Umsatz-Verhältnis.

Sieben von acht Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 8,91 Euro, die Spanne reicht von 6,50 bis 10,45 Euro. Schaefflers Geschäftsmodell profitiert unabhängig davon, welcher OEM sich am Ende durchsetzt — entscheidend ist allein, dass der Antriebsstrang elektrifiziert wird.

XPeng: Europas Fabriken im Visier

XPeng stößt an eine komfortable Grenze: Die Auftragsproduktion bei Magna Steyr in Österreich, wo seit September 2025 die Modelle G6 und G9 für den europäischen Markt gebaut werden, reicht nicht mehr aus. Im Januar wurde die Testproduktion des P7+ am selben Standort abgeschlossen. Allein im April exportierte XPeng 6.006 Fahrzeuge — ein Plus von 62 % gegenüber dem Vorjahr und 28 % gegenüber dem Vormonat.

Die Lösung: Gespräche mit Volkswagen über den Erwerb einer europäischen Fabrik. CEO Brian Gu bezeichnete einige der verfügbaren VW-Werke allerdings als „ein bisschen alt“ — nicht alle Kapazitäten entsprechen den Anforderungen für XPengs neuere EV-Plattformen. Alternativ prüft das Unternehmen auch einen kompletten Neubau.

Die Verflechtung mit Volkswagen geht ohnehin bereits tief. VW investierte 2023 rund 700 Millionen Dollar für einen Anteil von etwa 5 %. Inzwischen wurde Volkswagen zum ersten kommerziellen Kunden für XPengs KI-gestützte Fahrassistenzlösung VLA 2.0 — der erste großangelegte Export chinesischer EV-Kerntechnologie an einen etablierten westlichen Hersteller.

An der Börse kämpft XPeng allerdings mit Gegenwind. Die Aktie notiert bei 13,44 Euro und damit rund 23 % unter ihrem Jahresstartwert. Die 17 Analysten, die den Titel abdecken, sehen mit einem durchschnittlichen Kursziel von 22,67 Dollar erhebliches Aufwärtspotenzial und bewerten die Aktie im Konsens mit „Buy“.

Stellantis: Milliarden-Wette auf China, Investorentag rückt näher

Stellantis und Langzeitpartner Dongfeng haben einen Deal über 1,2 Milliarden Dollar besiegelt. Ab 2027 sollen im Dongfeng-Peugeot-Citroën-Werk in Wuhan zunächst zwei neue Peugeot-Elektromodelle vom Band laufen, basierend auf Konzeptfahrzeugen der Pekinger Automesse 2026. Zusätzlich sind zwei Jeep-Geländewagen mit Elektroantrieb für den globalen Markt geplant — eine Rückkehr der Marke in die chinesische Produktion nach dem Ende des früheren Gemeinschaftsunternehmens 2022.

Stellantis selbst steuert rund 130 Millionen Euro bei. Die restlichen Investitionen kommen über das Joint Venture und regionale Förderpolitik der Provinz Hubei. Kein Wunder also, dass der Konzern hier auf staatliche Unterstützung setzt: Das bestehende JV verkaufte im vergangenen Jahr nur noch 51.507 Fahrzeuge — ein Rückgang von 25 % und über 90 % unter dem Höchststand vor einem Jahrzehnt.

Im ersten Quartal 2026 stiegen die Nettoerlöse um 6 % auf 38,1 Milliarden Euro. Stellantis kehrte mit 377 Millionen Euro in die Gewinnzone zurück. Der industrielle Free Cashflow blieb mit –1,9 Milliarden Euro allerdings deutlich negativer als die erwarteten –1,2 Milliarden. Die Aktie notiert bei 6,49 Euro, ein Drittel unter ihrem Jahresanfangswert.

Am 21. Mai will der Konzern seinen neuen Langfristplan vorstellen. UBS hält an einer Kaufempfehlung fest. Der breite Analystenkonsens von 19 Experten liegt bei „Hold“ mit einem Zielkurs von 11,12 Dollar.

Ost-West-Kapitalflüsse als prägendes Motiv

Die Woche offenbart ein Muster, das den gesamten Sektor durchzieht: eine Doppelbewegung von Kapital und Technologie zwischen Europa und China. Stellantis nutzt chinesische Fertigung für westliche Marken und bringt gleichzeitig chinesische EV-Plattformen in sein europäisches Werksnetz. VWs Überkapazitäten, eigentlich eine Last, werden zum Verhandlungsobjekt für chinesische Hersteller wie XPeng.

Tesla steht vor Herausforderungen ganz anderer Natur. Juristische Risiken und die zähe Skalierung des Robotaxi-Betriebs erinnern daran, wie weit der Weg von der Beta-Phase zum Massenprodukt noch ist. Schaeffler hingegen profitiert als Zulieferer von der Elektrifizierung selbst — unabhängig davon, welcher Hersteller das Rennen macht.

Mit Stellantis‘ Investorentag in wenigen Tagen, Teslas laufenden NHTSA-Offenlegungen, VWs GTI-Launch und XPengs Fabrikverhandlungen in der Frühphase liefern die kommenden Wochen reichlich Katalysatoren — und Raum für Überraschungen in beide Richtungen.

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