Electromed liefert ausgerechnet zum Rekordquartal eine überraschende Personalnachricht: CEO Jim Cunniff geht. Der Rückzug ist für den 2. April 2027 geplant, der Aufsichtsrat hat bereits eine Personalberatung für die Nachfolgersuche engagiert. Der Zeitpunkt der Ankündigung dürfte manchen Anleger überraschen — schließlich meldet der Hersteller von Atemwegstherapie-Geräten zeitgleich das beste Geschäftsjahr seiner Firmengeschichte.
Cunniff steht seit 2023 an der Spitze des Unternehmens aus New Prague, Minnesota, das mit dem SmartVest-System Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion behandelt. In seiner Amtszeit verzeichnete Electromed 15 aufeinanderfolgende Quartale mit Umsatz- und Gewinnwachstum im Jahresvergleich. Mit seinem Rücktritt scheidet er auch aus dem Board aus.
Zahlen sprechen für sich
Das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 30. Juni endete, brachte einen Nettoumsatz von 19,4 Millionen Dollar — ein Plus von 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Das Betriebsergebnis kletterte um 25,8 Prozent auf 3,8 Millionen Dollar, der Nettogewinn stieg um 54,3 Prozent auf 3,4 Millionen Dollar beziehungsweise 0,39 Dollar je Aktie.
Für das Gesamtjahr summierte sich der Umsatz auf 73,8 Millionen Dollar, ein Anstieg von 15,3 Prozent. Das operative Ergebnis wuchs um 43,7 Prozent auf 13,9 Millionen Dollar, die operative Marge legte um mehr als 370 Basispunkte zu. Der Jahresgewinn erreichte 1,30 Dollar je Aktie, nach 0,85 Dollar im Vorjahr.
Das Wachstum stützte sich vor allem auf das Homecare-Geschäft, das im vierten Quartal um 15,2 Prozent zulegte — getragen von mehr Vertriebsmitarbeitern und höherer Produktivität pro Verkäufer.
Mit 20,5 Millionen Dollar Cash-Bestand und einem im Geschäftsjahr laufenden Aktienrückkauf über 3,9 Millionen Dollar zeigt sich Electromed finanziell solide aufgestellt. Das Management verweist zudem auf einen noch weitgehend unerschlossenen Markt: rund 800.000 diagnostizierte Bronchiektasie-Patienten in den USA könnten von der SmartVest-Therapie profitieren.
Übergang ohne Hektik
Der Aufsichtsratsvorsitz unter Kathleen Skarvan betont, man wolle einen „weltklasse“ Nachfolger finden und Cunniff bis zum Abschluss des Übergangs eingebunden halten. Die lange Vorlaufzeit von rund acht Monaten bis zum geplanten Rückzug soll dem Unternehmen Zeit geben, den Wechsel ohne Bruch in der operativen Entwicklung zu vollziehen.
Ob der Markt den Führungswechsel als Risiko oder als geordneten Prozess einordnet, dürfte sich in den kommenden Wochen an der Kursreaktion zeigen. Fundamental bleibt die Ausgangslage für die Nachfolgersuche komfortabel: ein wachsendes Kerngeschäft, eine gesunde Bilanz und ein noch längst nicht ausgeschöpfter Zielmarkt.
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