EHang: CAAC verschärft Regeln ab Juli

Nach tödlichem Unglück in Peking stoppt China den privaten Flugverkehr. EHang leidet unter doppeltem Druck durch neue Drohnenregeln.

Auf einen Blick:
  • Flugverbot nach Absturz in Peking
  • Neue Drohnenverordnungen ab Juli
  • EHang plant Route Shenzhen-Hongkong
  • Milliardenförderung für Niedrigflugsektor

Ein tödlicher Absturz eines Kleinflugzeugs in Peking erschüttert die Branche. Chinesische Behörden haben daraufhin alle privaten und gewerblichen Flugaktivitäten ausgesetzt – auf unbestimmte Zeit. Der Flugtaxi-Anbieter EHang bekommt die Folgen direkt zu spüren.

Ende Juni kollidierte ein Sunward-Sportflugzeug mit dem prestigeträchtigen CITIC Tower in Peking. Es verfehlte nur knapp ein Passagierflugzeug. Die Behörden reagieren mit einer weitreichenden Sicherheitsüberprüfung der gesamten zivilen Luftfahrt.

Der Stillstand trifft die Flugbranche hart. Private Pilotenschulungen, Charterflüge und Sightseeing-Touren sind gestoppt. Einzig Rettungs- und Regierungsflüge sind erlaubt. In Peking und Qingdao haben mehrere Betreiber bereits alle Dienste eingestellt.

Verschärfte Regeln kommen hinzu

Parallel zum Flugverbot treten ab Juli neue Drohnenverordnungen in Kraft. Die zivile Luftfahrtbehörde CAAC verschärft die Überwachung spürbar.

  • Manipulationen an Ortungssystemen kosten künftig bis zu 300.000 Yuan.
  • Kleine Drohnen dürfen in genehmigten Zonen nur noch bis zu 50 Meter Höhe fliegen.
  • Alle Geräte müssen zentral registriert werden.

Für EHang entsteht ein zweifacher Druck: Der gesamte Niedrigflugsektor steht still, während gleichzeitig neue Auflagen für die Fluggeräte gelten.

EHang setzt trotzdem auf Expansion

Das Unternehmen hält an seinen Plänen fest. EHang besitzt eine offizielle Betriebserlaubnis für sein Flugtaxi EH216-S. Derzeit plant der Hersteller eine grenzüberschreitende Route zwischen Shenzhen und Hongkong.

Die Hoffnung ruht auf der Staatskasse. Shenzhen stellt umgerechnet 1,6 Milliarden Dollar für 1.200 Landeplätze für Drohnen und Flugtaxis bereit. Bis 2030 soll ein einheitlicher Standard für die „Niedrigflug-Ökonomie“ entstehen. Das Ziel: mehr als 300 Industrienormen, damit profitable Routen entstehen.

An der Börse bleibt die Stimmung vorsichtig. EHang notiert bei einer Marktkapitalisierung von rund 480 Millionen Dollar. Das Unternehmen schreibt weiter Verluste, hält aber Bruttomargen von etwa 60 Prozent. Analysten prognostizieren dem Niedrigflug-Markt bis 2035 ein Volumen von umgerechnet 450 Milliarden Euro. Ob EHang von den Milliarden profitiert, hängt davon ab, wie schnell die aktuellen Flugverbote fallen und die neuen Sicherheitsauflagen erfüllt sind.

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