Editas Medicine bricht mit der eigenen Vergangenheit. Das Biotech-Unternehmen stoppt ein fortgeschrittenes Medikament gegen Sichelzellenanämie, um Ressourcen radikal umzuschichten. Anleger reagieren nervös auf diesen Kurswechsel in der Forschung.
Fokus auf die frühe Pipeline
Finanzchefin Amy Parison spricht von einer neuen operativen Ära. Editas priorisiert ab sofort die sogenannte In-vivo-Geneditierung. Dafür beendet das Management die Entwicklung eines Hoffnungsträgers in der klinischen Phase 3.
Stattdessen fließen die Mittel nun in vorklinische Programme. Im Zentrum stehen Behandlungen für die Leber sowie Blutkrankheiten wie Beta-Thalassämie. Das Ziel: effizientere Therapien durch direkten Eingriff im menschlichen Körper.
EDIT-401 im Blickpunkt
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Kandidaten EDIT-401. Dieser soll Hyperlipidämie bekämpfen, also krankhaft erhöhte Blutfettwerte. Bisherige Daten an Primaten zeigten eine Senkung kardiovaskulärer Risikofaktoren.
Noch in diesem Jahr will Editas den Nachweis der Wirksamkeit beim Menschen erbringen. Das Unternehmen nutzt dafür exklusive Lizenzen für die CRISPR-Technologien des Broad Institute und der Harvard University.
Marktreaktion und Bewertung
Der Markt straft die Entscheidung heute ab. Die Aktie verlor über neun Prozent und notiert bei 2,64 Euro. Damit summieren sich die Verluste der letzten sieben Tage auf rund 15 Prozent.
Parallel dazu bleibt die langfristige Bilanz positiv. Seit Jahresbeginn liegt das Papier noch immer 50 Prozent im Plus. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf rund 500 Millionen Euro.
Die kommenden Monate entscheiden über den Erfolg der Neuausrichtung. Der Fokus liegt nun vollständig auf den Daten zu EDIT-401. Diese Ergebnisse werden zeigen, ob der Rückzug aus der späten klinischen Phase operativ gerechtfertigt war.
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