Ein Radiopharmaka-Geschäft, das läuft, und ein Anlagenbereich, der schwächelt — bei Eckert & Ziegler ziehen die beiden Standbeine im ersten Halbjahr 2026 in unterschiedliche Richtungen. Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Kursrückgang auf gut 13 Euro.
Der Umsatz stieg nur leicht um 0,4 Prozent auf 149,3 Millionen Euro. Der Grund für die Stagnation liegt nicht im operativen Geschäft, sondern im Vorjahresvergleich: 2025 hatte das Unternehmen von millionenschweren Lizenzeinnahmen profitiert, die in diesem Jahr komplett fehlten. Bereinigt um diesen Sondereffekt hätte der Umsatz um 4 Prozent zugelegt.
Radioisotope tragen, Anlagengeschäft bremst
Das bereinigte Ebit fiel um 6 Prozent auf 33,3 Millionen Euro. Eckert & Ziegler nennt dafür einen schwächeren Produktmix als Ursache. Unter dem Strich stieg der Konzerngewinn trotzdem um 4,5 Prozent auf 22,4 Millionen Euro, begünstigt durch geringere Währungseffekte und niedrigere Steuern.
Die Segmente entwickeln sich uneinheitlich. Im Bereich Medical, der auf pharmazeutische Radioisotope für Nuklearmedizin und Strahlentherapie setzt, legte das bereinigte Ebit um rund 7 Prozent auf 24,9 Millionen Euro zu. Die Isotope-Products-Sparte blieb mit 68,5 Millionen Euro Umsatz nahezu unverändert. Das schwächelnde Anlagengeschäft, in den Mitteilungen als Belastungsfaktor genannt, bremste damit den ansonsten robusten Trend im Kerngeschäft.
Für das Gesamtjahr 2026 bleibt der Vorstand bei der im März kommunizierten Prognose: Umsatz von rund 320 Millionen Euro und ein bereinigtes Ebit von rund 80 Millionen Euro. Damit müsste das zweite Halbjahr deutlich stärker ausfallen als das erste, in dem gut 40 Prozent des Jahresziels erreicht wurden — ein Muster, das sich in den vergangenen Jahren wegen saisonaler Lizenz- und Auftragseffekte wiederholt hat.
Im laufenden Jahr wurden bislang keine Lizenzumsätze verbucht. Ob im zweiten Halbjahr neue Abschlüsse dieser Art hinzukommen, dürfte mitentscheidend dafür sein, wie nah das Unternehmen am oberen Ende seiner Jahresziele landet.
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