Charlie Ergen kehrt an die Spitze zurück und greift radikal durch. Die EchoStar-Töchter DISH DBS und DISH Wireless haben in Texas Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Ein massiver Liquiditätsengpass macht diesen Schritt für den US-Satellitenriesen unausweichlich.
Blockierter Milliarden-Deal sorgt für Engpass
Hinter dem Verfahren steckt ein stockender Verkauf von Funkfrequenzen an AT&T. Das geplante Volumen liegt bei rund 23 Milliarden US-Dollar. Da der Abschluss auf sich warten lässt, fehlte EchoStar das Kapital für dringende Verbindlichkeiten.
Eine Anleihe über zwei Milliarden Dollar konnte Anfang Juli nicht zurückgezahlt werden. Die Folge: Der Konzern muss seine Schuldenarchitektur nun unter gerichtlicher Aufsicht neu ordnen.
Gläubiger stützen Sanierungsplan
Das Management setzt auf ein beschleunigtes Verfahren. Ein fertiger Restrukturierungsplan liegt bereits vor. Mehr als 88 Prozent der Anleihegläubiger haben ihre Unterstützung für diesen Weg signalisiert.
Das Ziel der Führungsebene steht fest. Die betroffenen Tochtergesellschaften sollen das Insolvenzverfahren bis Ende September 2026 verlassen. Gläubiger mit Forderungen von über 8,8 Milliarden Dollar im Wireless-Bereich tragen diesen straffen Zeitplan mit.
Kerngeschäft bleibt unberührt
Anleger müssen zwischen den verschiedenen Unternehmenseinheiten differenzieren. EchoStar stellte klar, dass Marken wie DISH TV, Sling TV oder Boost Mobile nicht Teil des Verfahrens sind. Hier läuft der Betrieb für Kunden ohne Einschränkungen weiter.
Widerstand kommt derweil von Partnern aus der Infrastruktur. Tower-Betreiber kritisieren den Zeitplan der Sanierung scharf. Parallel dazu hängen 2,4 Milliarden Dollar in einem Sperrkonto der US-Regulierungsbehörde FCC fest — eine Folge laufender 5G-Streitigkeiten.
Aktie nähert sich Jahrestief
An der Börse wird die Lage skeptisch bewertet. Die EchoStar-Aktie schloss am Freitag bei 87,61 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen verlor das Papier damit rund 16 Prozent an Wert.
Insider-Verkäufe belasteten zuletzt zusätzlich die Stimmung. Der scheidende CEO Hamid Akhavan veräußerte im Juni Anteile für 121 Euro das Stück. Aktuell notiert der Kurs rund 31 Prozent unter dem Hoch vom Mai.
Die nächsten Termine sind entscheidend. In Texas beginnen nun die gerichtlichen Anhörungen zum Sanierungsplan. Ein Erfolg hängt maßgeblich davon ab, ob das Gericht den Zeitplan bestätigt und der AT&T-Deal zeitnah über die Bühne geht.
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