easyJet Aktie: Betriebsrat lehnt Apollo-Übernahme ab

Symbolbild, KI-generiert

Das Angebot bewertet easyJet mit rund 5,7 Milliarden Pfund; Aktionärsvotum und behördliche Freigaben stehen noch aus.

Auf einen Blick:
  • Europäischer Betriebsrat lehnt Übernahme ab
  • Beschäftigtenzusagen gelten zwölf Monate
  • Kreditgeberkreis umfasst nun 18 Institute
  • Abschluss bis Ende Q1 2027 erwartet

easyJet hat heute die Angebotsunterlagen für die geplante Übernahme durch Apollo veröffentlicht. Gleichzeitig wächst der Widerstand auf Arbeitnehmerseite. Laut Reuters lehnt der europäische Betriebsrat die Transaktion ab. Für Anleger rücken damit neben der anstehenden Aktionärsabstimmung die Beschäftigtenzusagen und die regulatorischen Voraussetzungen in den Mittelpunkt. Am angestrebten Abschlusszeitraum hält easyJet fest.

Betriebsrat kritisiert begrenzte Zusagen

Der europäische Betriebsrat bemängelt Reuters zufolge insbesondere die Zusagen gegenüber den Beschäftigten. Diese seien auf zwölf Monate begrenzt und nicht bindend. Auch europäische Gewerkschaften stellen sich gegen die Übernahme.

Der Konflikt betrifft damit die Absicherung der Belegschaft unter dem künftigen Eigentümer. Die Veröffentlichung der Angebotsunterlagen beseitigt diesen Einwand nicht. Sie bringt das Verfahren jedoch in die nächste Phase: Die Aktionäre sollen über die Transaktion entscheiden.

Reuters zufolge sind Anhörungen und Aktionärsversammlungen in der Woche des 9. November vorgesehen. easyJet erwartet weiterhin einen Abschluss bis Ende des ersten Quartals 2027.

Dieser Zeitplan bleibt eine Erwartung und ist keine Vollzugsmeldung. Die Zustimmung der Anteilseigner und die behördlichen Genehmigungen stehen als Voraussetzungen weiterhin im Raum. Der Arbeitnehmerwiderstand begleitet somit ein noch nicht abgeschlossenes Verfahren.

Europäische Kontrolle bleibt entscheidend

easyJet und Apollo versuchen laut Reuters, die Regulierungsbehörden von der künftigen Eigentums- und Kontrollstruktur zu überzeugen. Die Fluggesellschaft soll weiterhin mehrheitlich im Eigentum europäischer Interessen stehen und von diesen kontrolliert werden.

Damit geht es bei der behördlichen Prüfung nicht allein um die Finanzierung des Kaufpreises. Auch die Struktur nach der Übernahme muss überzeugen. Für Anleger ist diese Frage vom Streit über die Beschäftigtenzusagen zu unterscheiden.

Das Übernahmeangebot bewertet easyJet mit rund 5,7 Milliarden Pfund. Das empfohlene Barangebot sieht 7,15 Pfund je Aktie vor. Für das als „Scheme“ ausgestaltete Verfahren ist neben einer Mehrheit der Aktionäre nach Köpfen eine Zustimmung von mindestens 75 Prozent nach Wert erforderlich.

Die Veröffentlichung des „Scheme Document“ schafft die Grundlage für die Abstimmung. Sie ersetzt weder das Votum der Aktionäre noch die erforderlichen Genehmigungen.

Finanzierung breiter aufgestellt

Auf der Finanzierungsseite hat das von Apollo finanzierte Übernahmevehikel Eagle Bidco am Montag seine Zwischenfinanzierung erweitert. Hinzu kamen Bank of China (London), Goldman Sachs International Bank, Morgan Stanley Senior Funding und National Westminster Bank.

Damit umfasst der Kreditgeberkreis insgesamt 18 Institute. Die breitere Finanzierung steht neben den weiterhin offenen Zustimmungsfragen; sie entscheidet diese nicht.

Für easyJet-Anleger liegt der nächste konkrete Prüfstein daher bei den angekündigten Abstimmungen. Entscheidend für den angestrebten Vollzug bleiben außerdem die behördliche Zustimmung und eine akzeptierte europäische Eigentums- und Kontrollstruktur. Der unveränderte Zeitplan allein nimmt diese Hürden nicht vorweg.

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