E.ON-Aktie: Da ist Zündstoff drin!

E.ON führt flexible Netzanschlussverträge für große Batteriespeicher ein. Die Branche kritisiert die Marktmacht des Konzerns.

Auf einen Blick:
  • Flexible Anschlussverträge für Speicher
  • Pilotprojekt in Schleswig-Holstein erfolgreich
  • Kritik an Marktmacht von E.ON
  • Interne Uneinigkeit über Wirtschaftlichkeit

Der Essener Energieversorger E.ON will noch in diesem Jahr einen einheitlichen Standard für den Netzanschluss großer Batteriespeicher in ganz Deutschland einführen. Grundlage sind sogenannte Flexible Connection Agreements – kurz FCA.

Dabei handelt es sich um flexible Netzanschlussverträge, die Speicherbetreibern einen schnelleren Netzzugang ermöglichen sollen, ohne dass dafür in jedem Fall zunächst ein teurer Netzausbau notwendig wird.

E.ON-Aktie: Flexibler Anschluss statt Warten auf neue Leitungen

Das Modell funktioniert über eine dynamische Leistungssteuerung: In Phasen hoher Netzauslastung wird die Einspeise- oder Bezugsleistung des Speichers temporär gedrosselt, bei geringer Netzlast können die Anlagen dagegen volle Kapazitäten nutzen. Das ermöglicht Netzanschlüsse auch dort, wo der klassische Netzausbau bisher blockiert war – und spart dabei langfristig Kosten.

Erprobt wurde das Konzept bereits in einem Pilotprojekt gemeinsam mit dem Speicherprojektierer Eco Stor anhand des 104-Megawatt-Speichers in Bollingstedt in Schleswig-Holstein. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in einen deutschlandweit gültigen Standard überführt werden, der noch in diesem Jahr bei allen E.ON-Netztöchtern Anwendung finden soll.

E.ON-Aktie: Branche reagiert mit teils scharfer Kritik

Die Initiative stößt in der Speicherbranche jedoch nicht nur auf Zustimmung, wie das Nachrichtenportal energate berichtet. Nadine Bethge vom Bundesverband Neue Energiewirtschaft kritisierte demnach, es sei offensichtlich problematisch, wenn der Konzern mit der größten Marktmacht die Regeln für alle anderen selbst festlege. Aus ihrer Sicht verfestige der E.ON-FCA eine Interessen- und Risikoasymmetrie zulasten der Anschlussnehmer, die aufgrund mangelnder Netztransparenz ohnehin im Nachteil seien.

Auch konzernintern soll der Standard laut energate umstritten sein: Nicht alle E.ON-Netztöchter sind offenbar mit den entwickelten Vorgaben einverstanden, da die Einschränkungen bei der Fahrweise von Batteriespeichern so streng seien, dass die Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte gefährdet werden könnte. Auf der anderen Seite argumentieren Befürworter, die Alternative zum FCA sei häufig kein Anschluss überhaupt oder ein jahrelanges Warten auf den Netzausbau.

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