E.ON Aktie: Wärmepumpen-Förderung sinkt auf 28.000 Euro

Neue Heizungsregeln dämpfen E.ONs Wärmepumpen-Vertrieb, während der Smart-Meter-Rollout an Fahrt gewinnt.

Auf einen Blick:
  • Förderkürzung für Wärmepumpen beschlossen
  • Hohe Akzeptanz für intelligente Stromzähler
  • Gasnetze durch sinkende Nachfrage gefährdet
  • Aktie trotz leichter Verluste im Aufwärtstrend

Der Bundestag hat am Freitag den Weg für neue Heizungsregeln frei gemacht. Während E.ON beim digitalen Netzausbau Tempo aufnimmt, bremst die Politik das Geschäft mit Wärmepumpen aus. Das neue Gesetz bringt Erleichterungen für fossile Brenner, verringert aber die Anreize für moderne Technik.

Förderstopp bremst Wärmepumpen-Absatz

Der Gesetzgeber strich am Freitag die strikte Pflicht für 65 Prozent erneuerbare Energien beim Heizungstausch. Gas- und Ölheizungen dürfen somit länger laufen. In der zweiten Julihälfte sinken parallel dazu die staatlichen Zuschüsse für Wärmepumpen spürbar.

Die maximal förderfähigen Kosten fallen von 30.000 auf 28.000 Euro. Branchenkenner registrieren bereits erste Stornierungen bei Handwerksbetrieben. Für E.ON erschwert diese geänderte Kulisse den Vertrieb seiner Wärmelösungen erheblich.

Akzeptanz für digitalen Netzausbau steigt

Bessere Nachrichten kommen aus dem Bereich der Infrastruktur. Eine konzerneigene Umfrage unter 2.000 Hausbesitzern zeigt eine hohe Akzeptanz für Smart Meter. Rund 83 Prozent der Befragten befürworten die intelligenten Messsysteme inzwischen.

Konzernchef Filip Thon drängt nun auf einen zügigen Ausbau ohne technische Abstriche. Das Ziel steht fest: Bis 2030 soll der Rollout in Deutschland abgeschlossen sein. Das wäre zwei Jahre früher als ursprünglich geplant.

Gasnetze unter wirtschaftlichem Druck

Die neuen Regeln zur schrittweisen Biogas-Beimischung bergen langfristige Risiken. Sinkt die Gesamtnachfrage trotz dieser „Bio-Treppe“ weiter, könnten viele Gasnetze unwirtschaftlich werden. Das Fraunhofer IFAM warnt bereits vor finanziellen Folgen für Betreiber wie E.ON.

Im Stromnetz hakt es derweil an anderer Stelle. In Süddeutschland fehlen Kapazitäten für Hochleistungs-Ladestationen für E-Lkw. Der Investitionsbedarf bleibt gewaltig, um die wachsende Last im Verteilnetz sicher abzufedern.

Chartbild und wichtige Marken

Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Minus von 0,65 Prozent und schloss bei 19,07 Euro. Trotz dieses kleinen Rücksetzers blicken Anleger auf ein starkes Jahr zurück. Seit Januar legte das Papier um fast 16 Prozent zu.

Anleger behalten für die nächste Woche folgende Daten im Blick:

  • Widerstand: 20,44 Euro (52-Wochen-Hoch)
  • Unterstützung: 18,28 Euro (50-Tage-Linie)
  • Relative-Stärke-Index: 61,5 (neutral)

Technisch bleibt die Lage stabil. Der Kurs notiert weiterhin deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 17,52 Euro. Hält die erste Unterstützung im Bereich von 18,28 Euro, ist der langfristige Aufwärtstrend vorerst nicht in Gefahr.

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